By club_forum | Dezember 16, 2008 - 6:55 - Posted in Kreiszeitung, Presse

Zukunft des Club Forum ist ungewiss

Böblingen - Am Ende hat aller Protest nichts geholfen. Obwohl sich rund 70 Unterstützer gestern vor und im Rathaus mit dem Club Forum solidarisch zeigten, muss die Jugendeinrichtung ihr Domizil im Paul-Gerhardt-Weg wahrscheinlich spätestens in 18 Monaten räumen. Der Gemeinderat beschloss eine Kaufabsicht für das Gebäude, um es für Kinderbetreuung zu nutzen.

VON MICHAEL STÜRM

Sprechchöre und “Forum, Forum”-Rufe auf dem Marktplatz boten das Vorspiel zur gestrigen Gemeinderatssitzung. Ein Auftakt, der den meisten Bürgervertretern, die sich von der Tiefgarage dem Ratssaal unterirdisch näherten, verborgen blieb. Nicht verborgen bleiben sollte hingegen OB Alexander Vogelgsang, wie viele Menschen sich einen Fortbestand des Club Forum (CF) an seinem angestammten Ort wünschen: 2023 Unterschriften überreichte Forumler Sven Reisch dem Stadtoberhaupt - inklusive einem T-Shirt, auf dem sich die Zahl aufgepinselt befand.

Dass er schon einfachere Themen zu debattieren hatte, gestand Vogelgsang, als er dann den Tagesordnungspunkt aufrief und viele Augen der Gemeinderäte nochmals die volle Zuhörertribüne ins Visier nahmen. Der OB sprach von berechtigten Anliegen aller Seiten und seinem Ziel, alle diese Bedürfnisse “unter einen Hut” zu bekommen, bezeichnete das Konzept, das der CF zu seiner Rettung ausgearbeitet hatte, als “leider keinen Ausweg”, lobte den “großen Beitrag” der kirchlichen Jugendkulturarbeiter für Böblingen, akzeptierte den Verkaufsdruck der Kirche und garantierte, dass er sich “als Person” in Lösungsgespräche einbringen wolle. Allerdings gab’s aus dem OB-Mund auch eine klare Ansage an den Gemeinderat. “Die Verwaltung braucht eine Segelanweisung”, betonte er. Die beinhalte für ihn das, was er zur Abstimmung vorschlug: Kauf des Gebäudes bis zum 30. Juni 2010 und eine damit verknüpfte Nutzung als Ort der Kinderbetreuung.

“Kein Symbol des Jugendprotestes schaffen”

Rund 90 Minuten und vier abgestimmte Anträge später war der OB dann auch am Ziel angekommen. Nach leidenschaftlicher Debatte, die vom Dilemma widerstrebender Interessen geprägt war, sicherten nahezu geschlossene Reihen in der CDU und bei den Freien Wählern der Verwaltungsposition eine deutliche Mehrheit.

Hier eine Gesamtkirchengemeinde, die dringend Geld und Planungssicherheit für die Sanierung ihres Gemeindehauses benötigt, dort eine Institution, die seit 30 Jahren einen bunten, aktiven und kreativen Tupfer in der Böblinger Jugendszene bietet: Die Zerrissenheit war sämtlichen Fraktionschefs anzumerken, als sie sich zur Sache äußerten. Hubert Kless (CDU) war dann jedoch die Notsituation der Kirche näher als der Fortbestand eines Hauses, das nur “20 bis 40 Tage im Jahr” genutzt sei. Genau wie er appellierte auch sein Freie-Wähler-Kollege Rainer Kuppinger an alle Beteiligten, sich zu bewegen und nach einer Lösung zu suchen, wenn das Haus im Sinne seiner Fraktion in Zukunft für Kinderbetreuung genutzt werde. Kuppingers größte Sorge: “Wir dürfen aus dem Club Forum kein Symbol für Jugendprotest machen, sonst gibt es nur Verlierer”.

Keine “Patentlösung” konnte SPD-Chef Herbert Protze liefern. Aber eines war für ihn klar: “Einen Kauf, ohne dass der Verbleib des CF geklärt ist, gibt es für uns nicht”, erklärte er unter lautem Beifall von den Zuschauerrängen. Für ihn habe diese Einrichtung in Böblingen die Kirche erst sympathisch gemacht, gestand er, der heutige Tag beweise auch, dass der Club Forum mehr als die fünf Leute seien, wie immer vorgegaukelt werde.

Erst eine Lösung, die den Fortbestand des CF sichert, dann erst eine Nutzung beschließen, lautete auch die Haltung der Grünen. Fraktionschef Ulrich Schwarz machte sich ähnlich wie Helmut Kurtz (FDP) für einen Runden Tisch, der Verwaltung, Kirche und Club Forum zusammenbringt, stark, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden. Die Stadt habe eine “verdammte Pflicht und Schuldigkeit”, diese Form der Jugendarbeit zu sichern, machte Kurtz klar. “Kauf ohne Vorbedingungen” lautete deshalb seine Forderung. Ein Antrag, der ebensowenig eine Mehrheit fand, wie die Versuche von SPD und Grünen, eine Vertagung zu erreichen, oder der Vorschlag, das Gebäude zu kaufen und vorerst eine Nutzung für Kinderbetreuung oder die Jugendarbeit vorzusehen.

Die beschlossene Kaufabsicht bis Mitte 2010 liefert nun alle Beteiligten dem Druck der Ungewissheit aus: Die Kirche weiß nicht, ob letztendlich Geld fließt und der CF ist nicht sicher, ob er seinen Stützpunkt endgültig räumen muss. Das Zepter haben somit Oberbürgermeister und Gemeinderat weiterhin in der Hand. Je nach Ergebnis der Verhandlungen und Verhalten der Beteiligten kann die Kaufoption verwirklicht werden oder nicht. “Wir werden uns einbringen”, versprach Alexander Vogelgsang nach der Abstimmung.

By club_forum | Dezember 2, 2008 - 12:01 - Posted in Kreiszeitung

Haus der Jugend: Solidaritäts-Team

gegründet

Böblingen - Der Club Forum geht in die Offensive: Vergangene Woche trafen sich verschiedene Jugendorganisationen, um das Solidaritätsteam “Rettet-das-Forum” zu gründen. Unterdessen scheint die Stadt nicht geneigt, das Haus der Jugend am Paul-Gerhardt-Weg als Jugendkultur-Einrichtung weiter zu betreiben.

Das Solidaritätsteam besteht neben Vertretern des Club Forum aus Mitgliedern des Stadtjugendrings, der Jusos, der Jungen Union, des neu gewählten Jugendgemeinderates und den SMVen der Böblinger Schulen. Die beteiligten Organisationen wollen laut Pressemitteilung “in der Debatte um einen drohenden Rauswurf der offenen

Jugendkulturarbeit aus dem ,Haus der Jugend’ gemeinsam die Stimme erheben.” Es sei einhellige Meinung dass der Club Forum und das “Haus der Jugend” als letztes Domizil für Jugendangebote in Eigeninitiative uneingeschränkt erhaltenswert sei.

Hierbei sehen die Vertreter der Jugendorganisationen in dem vom Club Forum vorgestellten Zukunftskonzept (zum Download auf http://www.rettet-das-forum.de) eine Möglichkeit. Im Rathaus scheinen hingegen die Weichen bereits auf Abriss des Club-Forum-Gebäudes gestellt. Nach der nicht öffentlichen Debatte im Finanzauschuss über den Kauf des Gebäudes wurde die Bitte der KREISZEITUNG um eine Stellungnahme zum Erhaltungskonzept der

Forumler negativ beschieden. Stattdessen gab es eine eindeutige Ansage von Pressesprecher Wolfgang Pfeiffer: “Die Stadt”, erklärte er, “wird das Grundstück für Zwecke der Kinderbetreuung insbesondere der unter dreijährigen nutzen oder gar nicht.” Am 10.Dezember soll der Gemeinderat über den Kauf des Areals entscheiden.

By club_forum | - 11:54 - Posted in Kreiszeitung

Böblingen

“Haus der Jugend”: Kirchengemeinderat beschließt

Verkauf

Böblingen - Die evangelische Kirche wird ihr “Haus der Jugend” am Paul-Gerhardt-Weg verkaufen, um damit die Sanierung des Gemeindehauses der Stadtkirche, die “Feste Burg”, zu finanzieren. Dies hat der Gesamtkirchengemeinderat am Mittwoch mit großer Mehrheit beschlossen. Die Zukunft des dort beheimateten Club Forum (CF) bleibt damit ungewiss.

VON MICHAEL STÜRM

Dekan Bernd Liebendörfer wies vor der Abstimmung noch einmal auf die finanzielle Notwendigkeit des Verkaufes hin. Sinkende Mitgliederzahlen hätten in den vergangenen Jahren zu einer prekären Finanzlage der Kirche geführt. In dieser Situation sei diese nicht in der Lage, das stark sanierungsbedürftige Gemeindehaus mit den derzeit verfügbaren Mitteln zu renovieren. Dass mit der Veräußerung des Gebäudes am Paul-Gerhardt-Weg die Arbeit des Club Forum “in besonderer Weise” betroffen sei, wollte Liebendörfer nicht bestreiten. “Der Club Forum ist ein besonderer Teil der Jugendkulturarbeit in Böblingen”, erklärte er. Der Keller mit Disco im Paul-Gerhardt-Weg sei eine einmalige Sache. Zunächst steht für Liebendörfer jedoch der Verkauf der Immobilie an die Stadt im Vordergrund, die dort - wie berichtet - eine Kinderbetreuungs-Einrichtung bauen möchte. Ein Plan, den der Club Forum mittlerweile akzeptiert habe, versicherte der Dekan. Über die Zukunft dieser Gruppe sei er mit den Forumlern in “guten Gesprächen”, in denen eine konstruktive Atmosphäre herrsche.

Allerdings machte Liebendörfer auch deutlich, dass die Kirche keine Vorgaben über eine weitere Nutzung des Gebäudes machen könne. Ein Erhalt des Hauses für die Jugendkulturarbeit sei allerdings auch für die Kirche wünschenswert, betonte er. Das vom CF vorgestellte Konzept einer Weiterführung seiner Arbeit in einem von der Stadt gekauften Haus verdiene Respekt, sagte der Dekan, stehe aber derzeit nicht zur Debatte.

“Feste Burg”: Spenden für rasche Sanierung nötig

Druckversion www.nq-regio.de http://www.bb-live.de/druck.php?BBLIVEID=4feb11934d07…

Dies sei ein Thema für die politischen Gremien in der Stadt, mit denen sich die Forumler nun auseinandersetzen müssten. Wenn die Stadt sich darauf einlasse, dann sei das ein großer Gewinn für die Jugendkulturarbeit. Die Kirche werde sich nach dem Verkauf “in den allgemeinen Diskurs über die Jugendarbeit in Böblingen einbringen”, versprach Liebendörfer gestern. Da das Haus im Paul-Gerhardt-Weg erst im Jahr 2010 geräumt werden müsste, sei dafür auch noch genügend Zeit.

Wenn die Kirche ihre Immobilie verkauft, bedeutet das noch lange kein grünes Licht für die Sanierung der “Festen Burg”. Noch ist der Betrag auf den Konten von Stadtkirchen- und Gesamtkirchengemeinde zu gering. Bernd Liebendörfer hofft, dass allerdings im neuen Jahr der Architekt mit konkreten Planungen beginnen kann. Die Kirchenregularien schreiben hierfür den Nachweis von zwei Dritteln der Eigenmittel vor. Wenn demnächst noch genügend größere Spenden fließen, stünde einem Start der Bauarbeiten im Jahr 2010 nichts mehr im Wege. Zur Not könnte sich Liebendörfer auch eine Renovierung in einzelnen Bauabschnitten vorstellen.

Zunächst haben aber fremde Mächte das Wort: Am 10. Dezember wird der Gemeinderat über den Kauf der Immobilie entscheiden, der Oberkirchenrat muss diesen Kontrakt ebenfalls noch absegnen.

By club_forum | November 28, 2008 - 2:21 - Posted in Kreiszeitung

KOMMENTAR

Eine Chance

VON MICHAEL STÜRM

Eine handvoll junger Erwachsener, die sich darum kümmert, dass für Jugendliche was geht in dieser Stadt - umsonst, mit viel Engagement und Tiefgang: Böblingen kann froh und stolz auf den Club Forum sein, der seit vielen Jahren einen bunten Aktivposten in der Jugendkulturszene abgibt. Wo sonst teure Hauptamtliche nötig wären, die auch immer in das inhaltliche Korsett ihrer Geldgeber eingezwängt sind, wirkt hier die Dynamik selbst gestalteter Bedürfnisse. Das Konzept, das der Club Forum nun zur Rettung seiner Heimat im Paul-Gerhardt-Weg und damit auch seiner selbst präsentiert, sollte deshalb von den Akteuren in Kirche und Stadtverwaltung ernst genommen und als Chance für eine weiterhin funktionierende Jugendkulturarbeit verstanden werden - auch wenn damit einige Euro an Investitionskosten verknüpft sind. Mit der Erschließung des naheliegenden Flugfeldes warten schließlich gerade auch auf diesem Sektor neue Herausforderungen in Böblingen.

By club_forum | - 2:18 - Posted in Kreiszeitung

Ein Pfeiler der Böblinger Jugendkultur am Paul-Gerhardt-Weg?

Club Forum präsentiert Konzept zum Erhalt des Jugendwerk-Gebäudes - heute soll über den Verkauf entschieden werden

Böblingen - In den Konflikt um die Zukunft der Heimat des Club Forum kommt Bewegung. Heute Abend soll der evangelische Gesamtkirchengemeinderat den Verkauf des Gebäudes im Paul-Gerhardt-Weg beschließen. Der Club Forum hat jetzt zeitgleich ein Konzept zur zukünftigen Nutzung des Hauses als Stätte der Jugendkultur präsentiert.

von michael stürm

Mehrere Wochen herrschte Stille in der Auseinandersetzung um die Zukunft des alten Gemäuers. Nachdem sich die ersten Wogen seit dem Bekanntwerden der Verkaufsabsichten und dem damit verbundenen Abriss geglättet hatten, nutzten die Mitglieder des Club Forum (CF) die Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie ihre in vielen Jahren engagierter Arbeit lieb gewonnene Heimat retten können, ohne dass die finanzklamme Kirche auf den Verkauf der Immobilie verzichten muss.
Seit September haben die rund 15 Aktiven im CF über einem neuen Konzept für ihre alte Wirkungsstätte gehirnt. Herausgekommen ist ein 13-seitiges Papier, das sich selbstbewusst “Zukunftskonzept für das Haus der Jugend” nennt. Im Mittelpunkt steht der Erhalt der bisherigen Arbeit des Club Forum an seinem jetzigen Platz.
“Wir haben versucht, mit diesem Konzept den Konflikt mit der Kirche zu lösen und deren Sachzwänge zu akzeptieren”, sagt Forumler Sven Reisch. Gemeint ist damit vor allem die Tatsache, dass die Kirche das Gebäude verkaufen möchte, um damit die dringende Sanierung der “Festen Burg”, ihres Gemeindehauses bei der Stadtkirche, zu finanzieren.
Der Club Forum könnte sich deshalb mit der geplanten Veräußerung an die Stadt arrangieren. Ein Abriss zugunsten einer Kinderbetreuungs-Einrichtung möchte er allerdings nicht akzeptieren. Sein Konzept sieht den Erhalt des Gebäudes vor.
Das vom Club Forum bisher genutzte Dachgeschoss soll die Kirche in Zukunft von der Stadt mieten. Die übrigen Räume des dreigeschossigen Gebäudes, in dem sich bis in die sechziger Jahre die Verwaltung der Böblinger Zuckerfabrik befand, soll zu einem Pfeiler der Böblinger Jugendkultur werden.
Als zentrale Einrichtungen sollen dabei die bisherigen Veranstaltungsräume im Erdgeschoss und die Disco im Keller dienen. Diese Räume möchten die Forumler so erhalten wie bisher. So soll die Böblinger Jugend weiterhin Lokalitäten für Parties und die politische Jugendarbeit ein Forum für ihre Veranstaltungen behalten, der Club Forum wäre bereit, seine Aktivitäten zu “reaktivieren oder auszuweiten”, wie Julian Richter vom CF es formuliert.
Wo bisher in den Büros des Evangelischen Jugendwerkes kirchliche Jugendarbeit gestaltet wurde, könnten nach den Vorstellungen des Club Forum in Zukunft Bands Proberäume finden - Räumlichkeiten, die in Böblingen seit dem Abriss der Baracken auf dem Flugfeld dringend benötigt werden. Fahrrad-Werkstatt, Atelier und Fotostudio sind weitere Vorschläge, die in den Nutzungsskizzen des Konzeptes eingezeichnet sind - kein zementiertes Raumprogramm, sondern ein unverbindlicher Vorschlag, erklärt Sven Reisch. Damit könnte sich auch das eine oder andere Zimmer für die Musikschule finden, die ihr Interesse an Räumen im Paul-Gerhardt-Weg bekundet habe.
Das Vorhaben der Stadt, anstelle des bisherigen Gebäudes eine Kindertagesstätte zu bauen, halten die Club Forumler mit einem Erhalt ihres Hauses nicht für hinfällig. Der große Garten biete genügend Platz zum Bau einer solchen Einrichtung, meinen sie.
Wie die Vorschläge auf dem Rathaus angekommen sind, ist bisher noch nicht bekannt. Man benötige zunächst einmal etwas Zeit, um sich eine Meinung darüber zu bilden, vermeldete Pressesprecher Wolfgang Pfeiffer gestern.
Die möchten die Forumler auch von den Parteien hören. Mit vorsichtigem Optimismus im Gepäck verließen sie am Montagabend schon einmal ihre Besuchstour bei den Fraktionen von SPD, FDP und Grünen. Mit der CDU und den Freien Wählern werden die Jugendarbeiter ebenso noch vor Weihnachten ihr Konzept besprechen.
Vom Kirchengemeinderat erhoffen sich die Mitglieder des Club Forum heute Abend “ein starkes Signal” für ihr Konzept. “Man kann doch ein Stück Böblinger Kultur nicht dem Erdboden gleichmachen”, meint Julian Richter. Ob das in sämtlichen Kirchenkreisen auch so gesehen wird, darüber sind sich die Forumler nicht ganz sicher. Für ihn ist daher eines klar: “Am Mittwochabend geht es um die Wurst”.

By club_forum | August 3, 2008 - 2:16 - Posted in Kreiszeitung

KOMMENTAR

Vorprogrammiert

VON ROBERT KRÜLLE

Die Tendenz ist klar: Es geht in Richtung Verkauf des Hauses der Jugend, auch wenn der Beschluss des evangelischen Gesamtkirchengemeinderats schwammig war und keine eindeutige Ansage bedeutet. Aus finanziellen Gesichtspunkten sind die Pläne nachvollziehbar, wobei noch unklar ist, wie hoch der Erlös aus dem Verkauf des Gebäudes im Paul-Gerhardt-Weg 8 sein könnte.

Zum Konflikt zwischen Gesamtkirchengemeinde und Club Forum ist es aber gekommen, weil es offensichtlich an der Kommunikation gehapert hat. Wäre frühzeitiger mit den Mitgliedern des Club Forums gesprochen worden, hätte das dem Thema viel Brisanz genommen. Selbst der Arbeitskreis Jugend klagte darüber, dass er viel zu kurzfristig informiert worden sei, um sich über neue Konzepte Gedanken zu machen.

Der Dekan Bernd Liebendörfer hat in der Sitzung am Mittwochabend zwar betont, das Evangelische Jugendwerk (EJW) habe von den Plänen gewusst - und daher stellt sich die Frage, wie im EJW intern kommuniziert wird -, gleichzeitig hätte der Dekan aber gut daran getan, sich persönlich frühzeitig als Moderator ins Spiel zu bringen. Schließlich sind die finanziellen Argumente auch für die Forumler nachvollziehbar. Aber die Identifikation mit dem Haus der Jugend ist so groß, dass es zum Konflikt kommen muss, wenn an den Nutzern vorbei entschieden wird. Der Ärger war vorprogrammiert.

By club_forum | - 2:11 - Posted in Kreiszeitung

Evangelische Jugend macht sich für ihr Haus stark
“Club Forum” will sich massiv gegen die Verkaufspläne wehren - Zahlreiche Aktionen geplant

Böblingen - Die Mitglieder des “Club Forum” geben nicht auf. Sie wollen sich mit allen Mitteln gegen den drohenden Verkauf des Hauses der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg wehren.

Die evangelische Kirche überlegt, die Immobilie an die Stadt zu verkaufen, um die Sanierung des Gemeindehauses Feste Burg in der Sindelfinger Straße zu finanzieren. In einer außerordentlichen Sitzung des Gesamtkirchengemeinderats in der vergangenen Woche war der Verkauf nicht definitiv beschlossen worden, man war sich aber einig, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Jetzt machen die Forumler mobil. Einem Umzug in die Feste Burg erteilen sie nach wie vor eine klare Absage: “Es geht uns um den Erhalt des Hauses der Jugend”, erläutert Sprecher Martin Wastian, “im Gegensatz zur Festen Burg sehen wir nur bei den Räumlichkeiten im Paul-Gerhardt-Weg die Möglichkeit, weiterhin eine sinnvolle Jugendkulturarbeit zu leisten.” Zudem würde ja nicht nur nur der Club Forum das Haus nutzen, sondern auch Pfadfinder, Waldheimhelfer, Musikbands und vor allem die Jugendlichen aus der Region.

Jetzt haben die Forumler eine Unterschriftenaktion gestartet, um möglichst viele Unterstützer zu gewinnen. “Dazu werden wir Unterschriftenlisten in den Schulen, in Jugendeinrichtungen, in Gemeindehäusern, aber auch in Geschäften und Gaststätten auslegen”, so Wastian, “aber auch gezielte Aktionen auf Plätzen starten.” In diesem Rahmen wollen die Fo- rumler auch “Böblinger Prominenz” für ihre Sache gewinnen. Darüber hinaus sind weitere Aktionen geplant: zum Beispiel die Verteilung von Flyern und Plakaten. “Um eine breitere Öffentlichkeit über unser Problem zu informieren und weitere Unterstützer zu finden”, so Wastian. Inzwischen haben die Forumler sogar eine Extra-Internetseite mit der Adresse http://www.rettet-das-forum.de aus dem Boden gestampft: “Die Homepage soll sowohl informieren als auch weitere Unterstützer sammeln”, erläutert Wastian. “Jede Info, Zeitungsartikel, Statements aus Stadt und Kirche sollen hier veröffentlicht werden.” Über diese Plattform startet der Forum-Förderverein einen Spendenaufruf, um die Auseinandersetzung der Forumler nicht nur ideell, sondern auch finanziell zu fördern.

“Die Homepage bezieht sich nicht nur auf den Club Forum”, betont dabei Martin Wastian, “sondern auf das Haus der Jugend als ganzes.” Man habe aber den Begriff “Forum” gewählt, weil das Haus unter diesem Namen in der Öffentlichkeit bekannt sei. Auch auf der populären Internet-Plattform StudiVZ sind die Forumler aktiv. Vor einer Woche ist dort die Gruppe “Rettet das Haus der Jugend - Solidarität mit dem Club Forum” gegründet worden und hat bereits fast 600 Mitglieder.

By club_forum | - 2:09 - Posted in Kreiszeitung

Dekan meldet sich zu Wort
Liebendörfer zur Diskussion um Haus der Jugend

Böblingen - In der Diskussion um die Zukunft des Hauses der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg 8 meldet sich jetzt Dekan Bernd Liebendörfer zu Wort.

Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde erwägt einen Verkauf der Immobilie, die dort ansässige Jugendgruppe “Club Forum” protestiert dagegen.

“Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde ist an einer guten Zukunft für den Club Forum sehr interessiert”, schreibt Bernd Liebendörfer in einer Pressemitteilung. Damit die öffentliche Diskussion aber mit der nötigen Sachlichkeit geführt würde, sei es notwendig, einige Fakten zu betonen.

Der Dekan habe in Briefen an den Club Forum, den Förderverein des Clubs Forum und den Jugendgemeinderat die Bedeutung der durch das Club Forum geleisteten Arbeit unterstrichen. “Die Kirche ist bemüht, mit den Betroffenen die Situation zu klären”, so Liebendörfer. Für den heutigen Dienstag sei im Evangelischen Jugendwerk eine Sitzung anberaumt, bei der unter Einbeziehung des Clubs Forum das Thema zur Sprache kommen würde. “Gute Lösungen brauchen das gemeinsame Gespräch und kreative Ideen”, schreibt der Dekan.

“Auf der Suche nach einer guten Lösung für die Sache muss allerdings berücksichtigt werden, dass es im Haus der Jugend, in dem auch der Club Forum untergebracht ist, erhebliche Leerstände gibt”, schreibt Liebendörfer. Im Erdgeschoss gebe es zu wenig Veranstaltungen und Vermietungen. Es sei “klar, dass ein Stockwerk, in dem etwa einmal pro Monat eine Veranstaltung stattfindet, wirtschaftlich nicht haltbar ist.” Das gelte für das gesamte Haus der Jugend. Im Dachgeschoss stehe dem Club Forum eine ganze Wohnung rund um die Uhr zur Verfügung, die allerdings fast nur zu Treffen am Wochenende genutzt werde. “Die Bedeutung des Clubs Forum liegt nicht zuletzt in der langjährigen, guten Arbeit, die dort geleistet wurde”, betont Liebendörfer. “Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Club Forum selber eine eher kleine Gruppe von nicht einmal einem Dutzend Jugendlichen ist, die keineswegs ständig hohen Raumbedarf hat.” Die Nutzung der Räume im Haus der Jugend lägen weit unter dem, was man unter einer normalen Auslastung versteht - abgesehen von den Büros des Jugendwerks.

“Die Kirche steht in ihrer Jugendarbeit unbeirrt dafür, dass es Freiräume für die Jugendlichen geben muss”, schreibt der Dekan, “Selbstverantwortung und Gemeinschaft einzuüben, sind wichtige Aufgaben.” Doch diese Art von Jugendarbeit sei nicht an ein bestimmtes Haus gebunden. “Wenn es zu einem Umzug in die Feste Burg kommt, dann gehen alle Verantwortlichen davon aus, dass auch dort die Jugendarbeit ihre Freiräume bekommen wird. Das wurde von mehreren Seiten im Gesamtkirchengemeinderat betont.” Für problematisch hält Liebendörfer, einen gleichwertigen Ersatz für den Disco-Keller im Haus der Jugend zu finden. Hier müsse man sich zusammensetzen und eine sachliche und kreative Diskussion führen. “Mit Stimmungsmache werden Probleme nicht gelöst.”

Schließlich verweist Bernd Liebendörfer auf den immensen finanziellen Druck. Es “müsste für das Haus derzeit eine Rücklage in Höhe von 300 000 Euro für die Gebäudeunterhaltung vorhanden sein.” Tatsächlich stünden aber nur 3000 zur Verfügung.

Hierzu auch die komplette Pressemitteilung von Dekan Bernd Liebendörfer direkt hier nachzulesen

By club_forum | - 2:06 - Posted in Kreiszeitung

Jusos: Hilfe für den Club Forum

Böblingen - In der letzten Sitzung haben sich die Jungsozialisten aus Böblingen und Sindelfingen über die Pläne der Kirche informiert, das Haus abzureißen, in dem die Jugendorganisation “Club Forum” derzeit beheimatet ist. Zwei Mitglieder des “Club Forum” waren zu Gast, um die Jusos zu informieren und die Jugend zu alarmieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Pläne, das jetzige Haus abzureißen und das “Club Forum” halbherzig in wesentlich kleinere und schlechter ausgestattete Räumlichkeiten umzusiedeln, bedeute de facto das Ende legendärer Forum-Parties und den Wegfall eines bedeutenden Stücks Böblinger Jugendkultur. Die Jusos seien entschlossen, nicht tatenlos zuzusehen, wie über die Köpfe der Jugend hinweg eine Entscheidung gefällt werde, sondern sprächen sich dafür aus, das “Club Forum” als wichtige Stätte der Jugendkultur zu erhalten und den engagierten Mitgliedern, Ideenträgern und Projektmotoren die nötige Unterstützung nicht zu entziehen.

By club_forum | - 2:05 - Posted in Kreiszeitung

“Für uns gibt es keine wirkliche Alternative”

Böblingen - Wohin mit dem Club Forum? Seit die evangelische Gesamtkirchengemeinde plant, das Haus der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg zu verkaufen, bangen die Jugendkulturmacher um ihre Heimat. Die KREISZEITUNG hat sich mit einigen Forum-Vertretern unterhalten.

Der Club Forum ist 1979 aus einer Konfirmationsgruppe hervorgegangen und macht seither weitgehend selbstbestimmt Jugendkulturarbeit in der Stadt. Die wichtigsten Veranstaltungen sind die Offenen Tage, das Open Air sowie Podiumsdiskussionen und politische Informationsveranstaltungen. Der harte Kern besteht aus knapp zehn jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren.

KRZ: Alle reden von optimalen Räumlichkeiten im Haus der Jugend. Was ist dort so erhaltenswert?

Pascal Angladagis: Wir haben hier in einem Gebäude einen großen Veranstaltungsraum und einen Disco-Keller, die vorwiegend von Jugendlichen und für Privat-Partys genutzt werden. Etwas ähnliches gibt’s in der Stadt nicht mehr.
Pia Radtke: Hinzu kommt, dass wir uns hier austoben können, gestalten können, wie wir wollen. Wenn beispielsweise eine Wand nicht mehr weiß sein soll, dann hat da niemand ein Problem, wenn wir sie umpinseln, sie mit Graffiti versehen oder auch für die “Offenen Tage” komplette Räume umbauen.
Julian Richter: Das macht auch den Reiz an dieser Arbeit aus. Ganz zu schweigen, von dem vielen Aufwand, den wir hier reingesteckt haben. Da hängt viel Herzblut dran.
Sven Reisch: Letztendlich steht dieses Haus auch für den Club Forum und seine Jugendkulturarbeit. Unsere Veranstaltungen waren schon immer verbunden mit diesem Ort. Hier ist alles an einer Stelle möglich - von der kleinen Party bis zum großen Open-Air-Konzert.

Habt ihr euch nach Alternativen umgeguckt?

Julian Richter: Wir haben uns die “Feste Burg”, wohin uns die Gesamtkirchengemeinde ja umsiedeln möchte, angeschaut. Da wir aber bisher keine Pläne erhalten haben, können wir zu dem dortigen Raumprogramm auch wenig sagen. Sonst hat sich keine wirkliche Alternative aufgetan. Das Problem ist, dass wir entsprechende Räume inklusive Warmmiete benötigen, sonst ist unsere Arbeit nicht möglich.
Sven Reisch: Uns ist kein Ort eingefallen, an dem diese Arbeit so weiterzuführen wäre wie bisher. Klar ist, dass es ohne entsprechende Gruppenräume keinen Club Forum mehr geben wird. Denn nur noch Treff einiger Leute, die auf gleicher Wellenlänge sind, zu sein, ist uns zu wenig.

Wie wäre es mit dem Waldheim Tannenberg, das sich ja im Besitz der Kirche befindet?

Julian Richter: Dort wäre schon genügend Platz. Aber das ist keine wirkliche Alternative, weil es zu weit weg vom Stadtzentrum liegt. Das wirkt nicht magnetisierend auf die Jugendlichen.
Melanie Pietsch: Viele unserer Besucher kommen von der Schönbuchlichtung. Wenn die in der Schönbuchbahn sitzen, würden die vermutlich gleich nach Stuttgart weiterfahren, anstatt mit dem Bus Richtung Tannenberg zu gelangen.

Gibt es Angebote für Räumlichkeiten?

Pia Radtke: Bisher nicht, außer dem gut gemeinten Vorschlag, künftig Open-Air-Konzerte im Baumoval zu veranstalten.

Von der Kirche hört man, dass rund 300 000 Euro benötigt werden, um das Haus der Jugend zu sanieren. Viel Geld, um einen Jugendclub am Leben zu erhalten, der schon bessere Jahre gesehen hat.

Julian Richter: Wir wollen vor dieser Situation nicht die Augen verschließen. Aber brauchen wir für die Kirche in der Stadt ein so großes Haus wie die “Feste Burg”? In diese Richtung sollte man sich unserer Meinung nach Gedanken machen. Schließlich wurde das Haus der Jugend erst im Jahr 2001 teilsaniert mit beachtlichen Eigenleistungen durch den Club Forum.
Markus Schweikert: Das Haus der Jugend für die “Feste Burg” zu opfern, wäre nur die einfachste Lösung.
Sven Reisch: Zum Thema “bessere Jahre”: Die Talsohle im Club Forum ist erreicht. Mit der Diskussion um das Haus der Jugend haben wir wieder Feuer gefangen und einige neue Mitglieder gewonnen.

Wie ist es derzeit um das Verhältnis zwischen Gesamtkirche und Club Forum bestellt?

Sven Reisch: Wir fühlen uns nicht ernst genommen und übergangen.
Markus Schweikert: Es ist schade, dass die Gesamtkirche nicht früher an uns rangegangen ist, um das Problem gemeinsam zu lösen.
Julian Richter: Wir wären schließlich die letzten gewesen, die sich nicht Gedanken gemacht hätten, wie Geld für eine Sanierung beizubringen ist. Diese Kommunikation ist auch ein Zeichen, wie unsere Arbeit in der Gesamtkirche gesehen wird. Das Problem ist auch, dass der Dekan enorm wenig über uns weiß.
Pascal Angladagis: . . . und sich nie die Mühe gemacht hat, uns kennenzulernen.
Markus Schweikert: Nur so ist die Idee, uns woanders hinzustecken, zu erklären.
Sven Reisch: Ich habe das Gefühl, dass man bei der Gesamtkirche gedacht hat, man kann in der derzeitigen Situation den Club Forum ganz gut abwickeln und war dann geschockt von den Reaktionen.

Gibt’s Gespräche?

Julian Richter: Es gibt Briefe, aber bisher keine Gespräche zu diesem Thema. Es ist uns ein großes Anliegen, dass uns die Kirchenleitung neben dem Arbeitskreis Jugend als gleichwertigen Gesprächspartner anerkennt.
Pascal Angladagis: Wir überlegen uns aber, den Gesamtkirchengemeinderat einmal einzuladen.

Wie geht es weiter?

Sven Reisch: Das ist schwierig einzuschätzen.
Pascal Angladagis: Wir werden auf jeden Fall kämpfen.