By club_forum | August 3, 2008 - 2:04 - Posted in Kreiszeitung

Club Forum: Stadt soll helfen


Böblingen - Auch im Jugendgemeinderat war die Zukunft des Club Forum (CF) Thema. Bei der Sitzung am Montagabend gab es von verschiedenen Seiten Druck auf die Stadt, sich für den Erhalt des Club Forum einzusetzen.

Nachdem eine Abordnung des Club Forum die Aufgaben und Absichten dieser Institution vorgestellt hatte, brach Pfarrer Wolfgang Salm, der den verhinderten Dekan vertrat, für den CF eine Lanze. “Böblingen würde anders aussehen, wenn der Club Forum nicht wäre”, sagte der Stadtkirchen- und Jugendpfarrer und sprach von “toller Arbeit”, die dort geleistet werde. Die Kirche wolle deshalb auch Verantwortung für diese Gruppe übernehmen, versprach Salm, forderte dies aber ebenso von der Stadt: “Die Arbeit des Club Forum ist auch nützlich für die Stadt”, befand er und sah die Existenz der Gruppierung auch “als Sache des Gemeinwesens nicht nur der 13 000 evangelischen Kirchenmitgliedern”.

Ähnliches war von den anwesenden Grünen-Gemeinderäten zu hören. Judith Blank forderte die Stadt dazu auf, das Haus der Jugend zu kaufen, die vom CF benötigten Räume an die Kirche zu vermieten und den Rest Bands als Proberäume zur Verfügung zu stellen. Rückenwind für den CF gab es auch aus den Reihen des Jugendgemeinderats. Der Vorsitzende Simon Behm war der Ansicht, dass man sich bei der Stadt überlegen müsse, “was ist uns der Club wert”. Verwaltung und Gemeinderat sollten sich überlegen, was sie für den CF erreichen könnten.

Vom städtischen Jugendreferenten Gerhard Gertitschke gab es ein klares “Ja” zum CF. “Die Stadt”, bekräftigte er, “möchte diese Arbeit erhalten”. Allerdings machte er klar, dass die Stadt sich nicht für das Gebäude, das im Besitz der Kirche ist, verantwortlich fühle. Mit jährlich 23 000 Euro für die Mitfinanzierung einer Jugendreferenten-Stelle der Kirche habe die Stadt “Strukturen geschaffen”, um die CF-Arbeit zu unterstützen.

Um die Differenzen zwischen CF und Kirchenleitung zu beenden, schlug der Jugendgemeinderat vor, ein Gespräch mit dem Dekan und den CF-Machern zu vermitteln.

By club_forum | Juli 11, 2008 - 12:09 - Posted in Kreiszeitung

Kirchengemeinderat bleibt bei den Plänen

Evangelisches Jugendwerk mit Club Forum sowie der Tafelladen sollen in die Feste Burg
Böblingen - In der außerordentlichen Sitzung des evangelischen Gesamtkirchengemeinderats am Mittwochabend ist viel über das Haus der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg 8 gesprochen worden. Letztlich blieb es bei der bisherigen Tendenz: Das Jugendwerk und damit auch der Club Forum sollen nebst Tafelladen in die Feste Burg umziehen. (VON ROBERT KRÜLLE)

So viele Zuhörer hat der Rat der evangelischen Gesamtkirchengemeinde (GKG) wohl selten in seinen Sitzungen. An die 15 Mitglieder des “Club Forum” saßen an der Rückwand des Gemeindesaals in der “Festen Burg” und zeigten Präsenz. Die Pläne, das Haus der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg 8 womöglich zu verkaufen, hatten den Jugendclub alarmiert. Sich direkt äußern durften die Forumler als Besucher des Gremiums aber nicht, was die meisten der 15- bis 25-Jährigen sichtlich wurmte.

Dekan Bernd Liebendörfer betonte die problematische finanzielle Situation der Kirchengemeinden - nicht zuletzt weil die Mitgliederzahlen in Böblingen innerhalb der vergangenen 15 Jahre von rund 16 700 auf 13 100 geschrumpft sei und viel weniger Zuschüsse fließen würden. Der marode Zustand der Festen Burg - eigentlich das Haus der Stadtkirchengemeinde - zwinge aber zum Handeln.

Das historische Gebäude will man gern erhalten, mit der Generalsanierung ist die Stadtkirchengemeinde allein aber überfordert - zumal der Seniorentreff der Stadt in absehbarer Zeit in den Treff am See umziehen wird. Wenn aber im Gegenzug die GKG ebenfalls in die Feste Burg einziehen würde, sei das Projekt zu stemmen - sprich: Tafelladen und das Evangelische Jugendwerk mitsamt Club Forum, für den Räume unterm Dach vorgesehen sind, sollen in die Sindelfinger Straße umziehen.

Mit 2,2 Millionen Euro Sanierungskosten für die Feste Burg rechnet Kirchenpfleger Jürgen Kirchner. Nach Abzug der möglichen Zuschüsse von Landeskirche und Kirchenbezirk blieben Kosten von etwa 570 000 Euro an der Stadtkirchengemeinde und rund 860 000 Euro an der Gesamtkirchengemeinde hängen. Das sei über zinslose Darlehen bis 2025 beziehungsweise 2018 leistbar - mit eingerechnet aber den Verkauf des Hauses der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg 8.

Auch dieses Gebäude gilt als sanierungsbedürftig. “Wir rechnen mit rund 400 000 Euro”, sagte Liebendörfer, “Dieses Geld haben wir aber einfach nicht.” Dass die Stadt Böblingen Interesse an dem Grundstück angemeldet hat, um eine Kindertagesstätte neu zu bauen, scheint daher ideal - schließlich ist dort laut Bebauungsplan eine gemeinnützige Verwendung vorgeschrieben. Ein konkretes Preis-Angebot der Stadt liege aber nicht vor, sagte Liebendörfer und nannte auch keine Summe, die sich die GKG erhoffen würde. Arno Helwig, der Vorsitzende des Evangelischen Jugendwerks, bat um Verständnis für die Besorgnis der Mitglieder des Clubs Forum. “Das Haus der Jugend ist die erste Anlaufstelle für alle Jugendlichen der evangelischen Jugendarbeit”, sagte Helwig, “und im Fall des Forums ist fraglich, ob diese Arbeit in der Festen Burg so wie bisher weitergeführt werden kann.” Die Identifikation mit dem Gebäude im Paul-Gerhardt-Weg 8 sei groß, der dort mögliche Freiraum ideal. Letztlich betonte er: “Wir alle müssen uns grundsätzlich fragen, wie die evangelische Jugendarbeit aussehen soll.”

Bei der allgemeinen Diskussion formulierten einige Ratsmitglieder, dass sie keine Gründe sehen würden, warum die Arbeit des Clubs Forum nicht - wenn auch in abgewandelter Form - in der Festen Burg funktionieren solle. Gleichzeitig kam die Frage auf, inwieweit denn der Club Forum vielleicht parallel zu einer Kindergarten-Nutzung im Paul-Gerhardt-Weg auch bleiben könne. Mehrfach wurde betont, dass in dieser Sache doch auch die Stadt eine Mitverantwortung habe. Der Arbeitskreis Jugend monierte die Kurzfristigkeit der Überlegungen. Es sei zu wenig Zeit geblieben, um neue Konzepte zu erarbeiten und vorzustellen.

Schließlich kam es auf Vorschlag des Dekans doch zu einer Abstimmung: Der Gesamtkirchengemeinderat nehme die Überlegungen zur Sanierung der Festen Burg zur Kenntnis, und erkläre sich bereit, dass das Projekt von Gesamt- und Stadtkirchengemeinde verwirklicht werde, den Tafelladen und das Jugendwerk in die Feste Burg einzubinden. Außerdem werde der Bauausschuss beauftragt, die Planungen fortzuführen und weitergehende Vorschläge zu erarbeiten. Mit 28 Ja-Stimmen bei sechs Enthaltungen und vier Nein-Stimmen folgte das Gremium dieser Beschlussformulierung.

“Diese Abstimmung war für uns nicht verständlich”, sagte Martin Wastian vom Club Forum nach der Sitzung des Gesamtkirchengemeinderats, “das ist letztlich ein Persilschein und der Schlüssel, das Haus der Jugend zu verkaufen.” Der Club Forum habe vor allem Bedenken, weil in der Festen Burg die Veranstaltungsräume fehlten, die den Paul-Gerhardt-Weg 8 auszeichnen würden. “Schlimm war, dass wir in der Sitzung nichts sagen durften, da wirst du fuchsig”, meinte der 24-Jährige. “Ich habe das Gefühl, dass kaum einer von den Räten weiß, was bei uns eigentlich geht.”

Dekan Bernd Liebendörfer schien dagegen erleichtert. “Das ist ein ganz schwieriger Prozess”, sagte er nach der Sitzung, “aber der Beschluss ist für uns ein großer Fortschritt. Wir können jetzt mit einem besseren Rückhalt gegenüber weiteren Stellen und Gesprächspartnern auftreten.”

By club_forum | - 12:07 - Posted in Kreiszeitung

Die Forumler sind stocksauer

Pläne, das “Haus der Jugend” zu verkaufen, schocken den Club
Böblingen - Morgen Abend berät der Gesamtkirchengemeinderat über die Zukunft des “Hauses der Jugend” im Paul-Gerhardt-Weg 8. Die Jugendlichen vom “Club Forum”, der dort residiert, laufen Sturm gegen den möglichen Verkauf. (VON ROBERT KRÜLLE)

Das Gebäude am Beginn der Berliner Straße ist unter “Haus der Jugend” kaum in Böblingen bekannt, die meisten vor allem Jüngere kennen das Haus einfach als “’s Forum”. Seit fast 30 Jahren werkelt dort der Jugendclub des Evangelischen Jugendwerks, Jugendliche organisieren in Eigenregie Partys, Konzerte, Diskussionen und vieles mehr. Jetzt steht bei der evangelischen Kirche der Verkauf der Immobilie zur Diskussion - die Stadt würde dort gerne ab 2011 eine Kindertagesstätte betreiben. Mit dem Erlös will die Kirche die Sanierung oder gar den Neubau der “Festen Burg” in der Sindelfinger Straße finanzieren.

Die Veröffentlichung dieser Pläne in der Ausgabe der KREISZEITUNG vom 25. Juni traf die Forumler wie ein Schlag ins Gesicht. “Wir haben nichts davon gewusst”, sagt Martin Wastian, “und sind total enttäuscht.” Der 24-Jährige ist einer aus dem harten Kern, der derzeit im Club Forum die Strippen zieht und mitten in den Planungen für das traditionelle Open Air am 12. und 13. September steckt. “Dass wir aus der Zeitung von den Plänen erfahren müssen, ist echt hart”, sagt Wastian, “entweder hatte man nicht den Mut, mit uns zu sprechen, oder man will uns einfach nicht mehr haben.”

Spontan riefen die Forumler am Samstag eine Krisensitzung zusammen und beratschlagten die Situation. Das Fazit ist klar: “Wir fordern, dass das Haus erhalten bleibt!”, sagt Wastian. Die aktuell knapp 15-köpfige Gruppe will die Sitzung des Kirchengemeinderats morgen Abend in der “Festen Burg” besuchen und ihre Sicht der Dinge darlegen. “Wir werden versuchen, Redezeit zu bekommen”, sagt Wastian. Schließlich haben die Forumler einiges klarzustellen.

In Zukunft ebenfalls in der “Festen Burg” untergebracht zu sein, können sich die 15- bis 25-Jährigen nicht vorstellen. “Wir haben dort sicher keine vergleichbaren Räumlichkeiten, und gerade die Veranstaltungsräume sind wichtig”, sagt Wastian. Außerdem sei die Identität des “Club Forum” untrennbar mit dem Paul-Gerhardt-Weg 8 verbunden. “Das kann man nicht einfach woanders hin verpflanzen.”

Deutlich betonen die Forumler auch, dass nirgendwo sonst es mehr die Möglichkeit für Jugendliche gebe, in Eigenverantwortung Veranstaltungen zu organisieren. Außerdem sei man gerade wochenends häufig Anlaufpunkt für Jugendliche. “Da die Jugendhäuser inzwischen samstags geschlossen haben, bleibt dann halt nur, sich am See oder so zu treffen”, betont Wastian, “dann darf sich aber auch niemand mehr über Jugendliche aufregen, die sich dort aufhalten.”

Wie selbstverständlich trägt der Jugendclub im Paul-Gerhardt-Weg mit seinen Veranstaltungen zum jugendkulturellen Leben in der Stadt bei. “Und das inzwischen fast ohne finanzielle Unterstützung.” Den letzten Open-Air-Zuschuss von der Stadt habe es 2004 gegeben, aus dem Kulturetat der Kirche werden Reparaturen im Gebäude gezahlt. Große Unterstützung erfährt der “Club Forum” vom Förderverein, in dem sich ehemalige Mitglieder zusammengetan haben. “Der Beitrag der 30 Mitglieder und Spenden sind unser finanzielles Fundament”, erläutert Martian Wastian.

Als Argument für den Verkauf des Hauses im Paul-Gerhardt-Weg nannte Dekan Bernd Liebendörfer auch dessen maroden Zustand, vor allem das Dach sei angeschlagen, für eine Sanierung aber kein Geld da. “Wir sitzen ja unter dem Dach”, entgegnet Wastian, “reingeregnet hat es noch nicht.” Bei einer fälligen Sanierung verweist der 24-Jährige auf das Engagement des “Club Forum” in den vergangenen Jahren. “2001 haben wir bei einem Wettbewerb der Handwerkskammer gewonnen, die uns dann das Erdgeschoss renoviert hat”, erzählt Wastian, “das Material hat der Rotary-Club mit 50 000 DM finanziert.” Zudem habe man des Öfteren in Eigenleistung die Räume renoviert, in den 90er Jahren gar die Disco im Keller selbst eingerichtet. “Wir bieten da gerne unser Engagement an.”

Dass der Jugendclub zuletzt keine goldenen Zeiten erlebt hat, muss Wastian allerdings zugeben - der Nachwuchs macht sich rar, und bei Abi-Partys im Frühjahr gab es mächtig Ärger mit der Polizei. “Wir haben zurzeit sicher eine der größten Krisen bisher”, gesteht der 24-Jährige, “aber die Forumler haben sich schon zu anderen schwierigen Zeiten wieder aufgerappelt.” Das aktuelle Team will jedenfalls nicht so einfach hinnehmen, dass die Zukunft des “Club Foum” an ihm vorbei entschieden wird. Auch der Böblinger Jugendgemeinderat (JGR) ist bereits aktiv geworden und hat einen Brief an die Mitglieder des Gesamtkirchengemeinderates geschrieben und sich für den Erhalt des “Club Forums” ausgesprochen. “Diese einzigartige Institution in Böblingen darf nicht verloren gehen”, sagt der JGR-Vorsitzende Simon J. Behm. Der Club müsse bei den zu treffenden Entscheidungen berücksichtigt und die Meinung der Jugendlichen gehört werden. Außerdem fordert der JGR auch das Engagement der Stadt: “Dass das Forum der Böblinger Jugend erhalten bleibt, dafür muss sich auch die Stadtverwaltung einsetzen”, so Behm.

By club_forum | Juli 8, 2008 - 11:09 - Posted in Kreiszeitung

Da wir noch keine offizielle Genehmigung haben, die Artikel der Zeitungen zu veröffentlichen können wir euch hier nur die Leserbriefe und Auszüge der Artikel zeigen, Ihr könnt Euch allerdings auf den Seiten der Zeitung im Internet und in der Zeitung selbst natürlich die Artikel in voller Länge durchlesen!

Auszug des Interviews mit Ekki Dreizler:

Zum aktuellen Konflikt zwischen Gesamtkirchengemeinde und Club Forum: Was sagen Sie dazu?

Nun, das Hauptproblem ist ja ein finanzielles. Das Haus der Jugend ist sehr sanierungsbedürftig. Gleichzeitig wünscht sich die Kirche aber eine aktive Jugendarbeit - vielleicht nicht immer genau so, wie sie hier im Haus passiert. Aber diese Eigenständigkeit halte ich schon für eine große Qualität. Insofern hoffe ich, dass das Haus erhalten bleibt. Das wäre ein gutes Fundament für eine erfolgreiche Jugendarbeit.” (Kreiszeitung 08.Juli, Fragen gestellt von Robert Krülle)