By club_forum | August 3, 2008 - 2:06 - Posted in Kreiszeitung

Jusos: Hilfe für den Club Forum

Böblingen - In der letzten Sitzung haben sich die Jungsozialisten aus Böblingen und Sindelfingen über die Pläne der Kirche informiert, das Haus abzureißen, in dem die Jugendorganisation “Club Forum” derzeit beheimatet ist. Zwei Mitglieder des “Club Forum” waren zu Gast, um die Jusos zu informieren und die Jugend zu alarmieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Pläne, das jetzige Haus abzureißen und das “Club Forum” halbherzig in wesentlich kleinere und schlechter ausgestattete Räumlichkeiten umzusiedeln, bedeute de facto das Ende legendärer Forum-Parties und den Wegfall eines bedeutenden Stücks Böblinger Jugendkultur. Die Jusos seien entschlossen, nicht tatenlos zuzusehen, wie über die Köpfe der Jugend hinweg eine Entscheidung gefällt werde, sondern sprächen sich dafür aus, das “Club Forum” als wichtige Stätte der Jugendkultur zu erhalten und den engagierten Mitgliedern, Ideenträgern und Projektmotoren die nötige Unterstützung nicht zu entziehen.

By club_forum | - 2:05 - Posted in Kreiszeitung

“Für uns gibt es keine wirkliche Alternative”

Böblingen - Wohin mit dem Club Forum? Seit die evangelische Gesamtkirchengemeinde plant, das Haus der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg zu verkaufen, bangen die Jugendkulturmacher um ihre Heimat. Die KREISZEITUNG hat sich mit einigen Forum-Vertretern unterhalten.

Der Club Forum ist 1979 aus einer Konfirmationsgruppe hervorgegangen und macht seither weitgehend selbstbestimmt Jugendkulturarbeit in der Stadt. Die wichtigsten Veranstaltungen sind die Offenen Tage, das Open Air sowie Podiumsdiskussionen und politische Informationsveranstaltungen. Der harte Kern besteht aus knapp zehn jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren.

KRZ: Alle reden von optimalen Räumlichkeiten im Haus der Jugend. Was ist dort so erhaltenswert?

Pascal Angladagis: Wir haben hier in einem Gebäude einen großen Veranstaltungsraum und einen Disco-Keller, die vorwiegend von Jugendlichen und für Privat-Partys genutzt werden. Etwas ähnliches gibt’s in der Stadt nicht mehr.
Pia Radtke: Hinzu kommt, dass wir uns hier austoben können, gestalten können, wie wir wollen. Wenn beispielsweise eine Wand nicht mehr weiß sein soll, dann hat da niemand ein Problem, wenn wir sie umpinseln, sie mit Graffiti versehen oder auch für die “Offenen Tage” komplette Räume umbauen.
Julian Richter: Das macht auch den Reiz an dieser Arbeit aus. Ganz zu schweigen, von dem vielen Aufwand, den wir hier reingesteckt haben. Da hängt viel Herzblut dran.
Sven Reisch: Letztendlich steht dieses Haus auch für den Club Forum und seine Jugendkulturarbeit. Unsere Veranstaltungen waren schon immer verbunden mit diesem Ort. Hier ist alles an einer Stelle möglich - von der kleinen Party bis zum großen Open-Air-Konzert.

Habt ihr euch nach Alternativen umgeguckt?

Julian Richter: Wir haben uns die “Feste Burg”, wohin uns die Gesamtkirchengemeinde ja umsiedeln möchte, angeschaut. Da wir aber bisher keine Pläne erhalten haben, können wir zu dem dortigen Raumprogramm auch wenig sagen. Sonst hat sich keine wirkliche Alternative aufgetan. Das Problem ist, dass wir entsprechende Räume inklusive Warmmiete benötigen, sonst ist unsere Arbeit nicht möglich.
Sven Reisch: Uns ist kein Ort eingefallen, an dem diese Arbeit so weiterzuführen wäre wie bisher. Klar ist, dass es ohne entsprechende Gruppenräume keinen Club Forum mehr geben wird. Denn nur noch Treff einiger Leute, die auf gleicher Wellenlänge sind, zu sein, ist uns zu wenig.

Wie wäre es mit dem Waldheim Tannenberg, das sich ja im Besitz der Kirche befindet?

Julian Richter: Dort wäre schon genügend Platz. Aber das ist keine wirkliche Alternative, weil es zu weit weg vom Stadtzentrum liegt. Das wirkt nicht magnetisierend auf die Jugendlichen.
Melanie Pietsch: Viele unserer Besucher kommen von der Schönbuchlichtung. Wenn die in der Schönbuchbahn sitzen, würden die vermutlich gleich nach Stuttgart weiterfahren, anstatt mit dem Bus Richtung Tannenberg zu gelangen.

Gibt es Angebote für Räumlichkeiten?

Pia Radtke: Bisher nicht, außer dem gut gemeinten Vorschlag, künftig Open-Air-Konzerte im Baumoval zu veranstalten.

Von der Kirche hört man, dass rund 300 000 Euro benötigt werden, um das Haus der Jugend zu sanieren. Viel Geld, um einen Jugendclub am Leben zu erhalten, der schon bessere Jahre gesehen hat.

Julian Richter: Wir wollen vor dieser Situation nicht die Augen verschließen. Aber brauchen wir für die Kirche in der Stadt ein so großes Haus wie die “Feste Burg”? In diese Richtung sollte man sich unserer Meinung nach Gedanken machen. Schließlich wurde das Haus der Jugend erst im Jahr 2001 teilsaniert mit beachtlichen Eigenleistungen durch den Club Forum.
Markus Schweikert: Das Haus der Jugend für die “Feste Burg” zu opfern, wäre nur die einfachste Lösung.
Sven Reisch: Zum Thema “bessere Jahre”: Die Talsohle im Club Forum ist erreicht. Mit der Diskussion um das Haus der Jugend haben wir wieder Feuer gefangen und einige neue Mitglieder gewonnen.

Wie ist es derzeit um das Verhältnis zwischen Gesamtkirche und Club Forum bestellt?

Sven Reisch: Wir fühlen uns nicht ernst genommen und übergangen.
Markus Schweikert: Es ist schade, dass die Gesamtkirche nicht früher an uns rangegangen ist, um das Problem gemeinsam zu lösen.
Julian Richter: Wir wären schließlich die letzten gewesen, die sich nicht Gedanken gemacht hätten, wie Geld für eine Sanierung beizubringen ist. Diese Kommunikation ist auch ein Zeichen, wie unsere Arbeit in der Gesamtkirche gesehen wird. Das Problem ist auch, dass der Dekan enorm wenig über uns weiß.
Pascal Angladagis: . . . und sich nie die Mühe gemacht hat, uns kennenzulernen.
Markus Schweikert: Nur so ist die Idee, uns woanders hinzustecken, zu erklären.
Sven Reisch: Ich habe das Gefühl, dass man bei der Gesamtkirche gedacht hat, man kann in der derzeitigen Situation den Club Forum ganz gut abwickeln und war dann geschockt von den Reaktionen.

Gibt’s Gespräche?

Julian Richter: Es gibt Briefe, aber bisher keine Gespräche zu diesem Thema. Es ist uns ein großes Anliegen, dass uns die Kirchenleitung neben dem Arbeitskreis Jugend als gleichwertigen Gesprächspartner anerkennt.
Pascal Angladagis: Wir überlegen uns aber, den Gesamtkirchengemeinderat einmal einzuladen.

Wie geht es weiter?

Sven Reisch: Das ist schwierig einzuschätzen.
Pascal Angladagis: Wir werden auf jeden Fall kämpfen.

By club_forum | - 2:04 - Posted in Kreiszeitung

Club Forum: Stadt soll helfen


Böblingen - Auch im Jugendgemeinderat war die Zukunft des Club Forum (CF) Thema. Bei der Sitzung am Montagabend gab es von verschiedenen Seiten Druck auf die Stadt, sich für den Erhalt des Club Forum einzusetzen.

Nachdem eine Abordnung des Club Forum die Aufgaben und Absichten dieser Institution vorgestellt hatte, brach Pfarrer Wolfgang Salm, der den verhinderten Dekan vertrat, für den CF eine Lanze. “Böblingen würde anders aussehen, wenn der Club Forum nicht wäre”, sagte der Stadtkirchen- und Jugendpfarrer und sprach von “toller Arbeit”, die dort geleistet werde. Die Kirche wolle deshalb auch Verantwortung für diese Gruppe übernehmen, versprach Salm, forderte dies aber ebenso von der Stadt: “Die Arbeit des Club Forum ist auch nützlich für die Stadt”, befand er und sah die Existenz der Gruppierung auch “als Sache des Gemeinwesens nicht nur der 13 000 evangelischen Kirchenmitgliedern”.

Ähnliches war von den anwesenden Grünen-Gemeinderäten zu hören. Judith Blank forderte die Stadt dazu auf, das Haus der Jugend zu kaufen, die vom CF benötigten Räume an die Kirche zu vermieten und den Rest Bands als Proberäume zur Verfügung zu stellen. Rückenwind für den CF gab es auch aus den Reihen des Jugendgemeinderats. Der Vorsitzende Simon Behm war der Ansicht, dass man sich bei der Stadt überlegen müsse, “was ist uns der Club wert”. Verwaltung und Gemeinderat sollten sich überlegen, was sie für den CF erreichen könnten.

Vom städtischen Jugendreferenten Gerhard Gertitschke gab es ein klares “Ja” zum CF. “Die Stadt”, bekräftigte er, “möchte diese Arbeit erhalten”. Allerdings machte er klar, dass die Stadt sich nicht für das Gebäude, das im Besitz der Kirche ist, verantwortlich fühle. Mit jährlich 23 000 Euro für die Mitfinanzierung einer Jugendreferenten-Stelle der Kirche habe die Stadt “Strukturen geschaffen”, um die CF-Arbeit zu unterstützen.

Um die Differenzen zwischen CF und Kirchenleitung zu beenden, schlug der Jugendgemeinderat vor, ein Gespräch mit dem Dekan und den CF-Machern zu vermitteln.

By club_forum | Juli 21, 2008 - 3:23 - Posted in Presse

Pressemitteilung zum Club Forum

Die Öffentlichkeit hat die Diskussion um die Zukunft des Club Forum aufgenommen. Der Club Forum selber ist bemüht, die Diskussion in eine breite Öffentlichkeit zu tragen. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde ist an einer guten Zukunft für den Club Forum sehr interessiert. Damit diese Diskussion mit der nötigen Sachlichkeit auch in der Öffentlichkeit geführt werden kann, ist es notwendig, dass dabei ein paar Fakten berücksichtigt werden.

Dabei geht es insgesamt darum:

  • die Kirche sucht das Gespräch mit den Betroffenen,
  • gute Lösungen brauchen das gemeinsame Gespräch und kreative Ideen,
  • das Haus der Jugend hat erhebliche Leerstände und ist bei weitem nicht ausgelastet
  • Jugendarbeit mit Freiräumen und Selbstverantwortung ist und bleibt Anliegen der Kirche, ist aber nicht an einen bestimmten Standort gebunden und
  • der Finanzdruck ist sehr groß, die Unwirtschaftlichkeit nicht zu übersehen.

Im Einzelnen führt die Kirche aus:

  1. Dekan Bernd Liebendörfer hat dem Club Forum, dem Förderverein des Club Forum und dem Jugendgemeinderat geschrieben. In allen drei Briefen hat er die Bedeutung der durch das Club Forum geleisteten Arbeit unterstrichen. Er äußert den Wunsch nach gemeinsamen Gesprächen, damit eine gute Lösung gefunden werden kann.
  2. Die Kirche ist bemüht, mit den Betroffenen die Situation zu klären. Am Dienstag, 15. Juli gibt es im Jugendwerk eine Sitzung unter Einbeziehung des Club Forum auf der das Thema zur Sprache kommt und das Jugendwerk intern die Fragen diskutiert. Zunächst wollte das Jugendwerk diese Thematik erst nach den Sommerferien fortführen. Nun gibt es aber Überlegungen, noch vor den Sommerferien eine Sondersitzung einzuschieben. Dekan Bernd Liebendörfer hat seine Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert, falls dies gewünscht wird und diese Sitzung zustande kommt.
  3. Auf der Suche nach einer guten Lösung für die Sache muss allerdings berücksichtigt werden, dass es im Haus der Jugend, in dem auch der Club Forum untergebracht ist, erhebliche Leerstände gibt. Im Erdgeschoss befinden sich ein großer und ein kleiner Saal. Dieses Stockwerk ist vor allem durch die „Offenen Tage“ bekannt. In laufenden Jahr 2008 fanden im großen Saal bisher tatsächlich nur drei Veranstaltungen statt. Zusätzlich kam es zu zwei Vermietungen im kleinen Saal und der Disco. Sonst steht der Raum immer leer.
    In anderen Jahren war die Nutzung mit insgesamt ca. 13 Veranstaltungen durch Club Forum und Evangelisches Jugendwerk zwar etwas besser. Dennoch ist klar, dass ein Stockwerk, in dem etwa einmal pro Monat eine Veranstaltung stattfindet, wirtschaftlich nicht haltbar ist.
  4. Für das gesamte Haus der Jugend sieht die Auslastung nur wenig besser aus. Der eigentliche Club Forum, eine Jugendgruppe im Dachgeschoss untergebracht. Dort steht dieser einen Gruppe eine ganze Wohnung rund um die Uhr zur Verfügung, die allerdings fast nur zu Treffen am Wochenende genutzt wird. Weiter hat eine Band einen Probenraum und die Pfadfinder einen Raum in diesem Haus.
  5. Die Bedeutung des Club Forum liegt nicht zuletzt in der langjährigen, guten Arbeit, die dort geleistet wurde. Deswegen sind viele mit dieser Arbeit verbunden. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Club Forum selber eine eher kleine Gruppe von nicht einmal einem Duzend Jugendlichen ist, die keineswegs ständig hohen Raumbedarf hat.
  6. Sicher hat es für Jugendliche und auch für deren Eltern eine hohe Bedeutung, dass sie im Haus der Jugend zu gewissen Zeiten einen Treff haben, wo sie unter sich sind. Das gilt besonders an Wochenenden. Dennoch darf man die Augen davor nicht verschließen, dass es sich letztlich um eine überschaubare Zahl handelt und die Räume im Haus der Jugend weit unter dem liegen, was man unter einer normalen Auslastung versteht. Regelmäßig und intensiv werden nur die Büros des Jugendwerks genutzt.
  7. Die Kirche steht in ihrer Jugendarbeit unbeirrt dafür, dass es Freiräume für die Jugendlichen geben muss. Selbstverantwortung und Gemeinschaft einzuüben, sind wichtige Aufgaben. Doch diese Art von Jugendarbeit ist nicht an ein bestimmtes Haus gebunden. Wenn es zu einem Umzug in die Feste Burg kommt, dann gehen alle Verantwortlichen davon aus, dass auch dort die Jugendarbeit ihre Freiräume bekommen wird. Das wurde von mehreren Seiten im Gesamtkirchengemeinderat betont.
  8. Besonders schwierig wird die Frage, ob man den Disco-Keller aufgeben muss. Hier gleichwertigen Ersatz zu finden, wird nicht einfach. Aber gerade wenn man für schwierige Fragen eine gute Lösung sucht, ist es wichtig, zusammen zu sitzen und zu beraten. Davon ist der Dekan überzeugt. Dabei setzt er auf sachliche und kreative Diskussionen. Mit Stimmungsmache werden Probleme nicht gelöst.
  9. Der Druck bei der Evangelischen Kirche ist hoch. Laut dem neuesten Immobilienverzeichnis der Gesamtkirchengemeinde müsste für das Haus derzeit eine Rücklage in Höhe von 300 000 Euro für die Gebäudeunterhaltung vorhanden sein. Tatsächlich finden sich in dieser Rücklage aber nur 3 000 Euro, also gerade einmal 1 % der erforderlichen Summe.

Dekan Bernd Liebendörfer

By club_forum | Juli 11, 2008 - 12:09 - Posted in Kreiszeitung

Kirchengemeinderat bleibt bei den Plänen

Evangelisches Jugendwerk mit Club Forum sowie der Tafelladen sollen in die Feste Burg
Böblingen - In der außerordentlichen Sitzung des evangelischen Gesamtkirchengemeinderats am Mittwochabend ist viel über das Haus der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg 8 gesprochen worden. Letztlich blieb es bei der bisherigen Tendenz: Das Jugendwerk und damit auch der Club Forum sollen nebst Tafelladen in die Feste Burg umziehen. (VON ROBERT KRÜLLE)

So viele Zuhörer hat der Rat der evangelischen Gesamtkirchengemeinde (GKG) wohl selten in seinen Sitzungen. An die 15 Mitglieder des “Club Forum” saßen an der Rückwand des Gemeindesaals in der “Festen Burg” und zeigten Präsenz. Die Pläne, das Haus der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg 8 womöglich zu verkaufen, hatten den Jugendclub alarmiert. Sich direkt äußern durften die Forumler als Besucher des Gremiums aber nicht, was die meisten der 15- bis 25-Jährigen sichtlich wurmte.

Dekan Bernd Liebendörfer betonte die problematische finanzielle Situation der Kirchengemeinden - nicht zuletzt weil die Mitgliederzahlen in Böblingen innerhalb der vergangenen 15 Jahre von rund 16 700 auf 13 100 geschrumpft sei und viel weniger Zuschüsse fließen würden. Der marode Zustand der Festen Burg - eigentlich das Haus der Stadtkirchengemeinde - zwinge aber zum Handeln.

Das historische Gebäude will man gern erhalten, mit der Generalsanierung ist die Stadtkirchengemeinde allein aber überfordert - zumal der Seniorentreff der Stadt in absehbarer Zeit in den Treff am See umziehen wird. Wenn aber im Gegenzug die GKG ebenfalls in die Feste Burg einziehen würde, sei das Projekt zu stemmen - sprich: Tafelladen und das Evangelische Jugendwerk mitsamt Club Forum, für den Räume unterm Dach vorgesehen sind, sollen in die Sindelfinger Straße umziehen.

Mit 2,2 Millionen Euro Sanierungskosten für die Feste Burg rechnet Kirchenpfleger Jürgen Kirchner. Nach Abzug der möglichen Zuschüsse von Landeskirche und Kirchenbezirk blieben Kosten von etwa 570 000 Euro an der Stadtkirchengemeinde und rund 860 000 Euro an der Gesamtkirchengemeinde hängen. Das sei über zinslose Darlehen bis 2025 beziehungsweise 2018 leistbar - mit eingerechnet aber den Verkauf des Hauses der Jugend im Paul-Gerhardt-Weg 8.

Auch dieses Gebäude gilt als sanierungsbedürftig. “Wir rechnen mit rund 400 000 Euro”, sagte Liebendörfer, “Dieses Geld haben wir aber einfach nicht.” Dass die Stadt Böblingen Interesse an dem Grundstück angemeldet hat, um eine Kindertagesstätte neu zu bauen, scheint daher ideal - schließlich ist dort laut Bebauungsplan eine gemeinnützige Verwendung vorgeschrieben. Ein konkretes Preis-Angebot der Stadt liege aber nicht vor, sagte Liebendörfer und nannte auch keine Summe, die sich die GKG erhoffen würde. Arno Helwig, der Vorsitzende des Evangelischen Jugendwerks, bat um Verständnis für die Besorgnis der Mitglieder des Clubs Forum. “Das Haus der Jugend ist die erste Anlaufstelle für alle Jugendlichen der evangelischen Jugendarbeit”, sagte Helwig, “und im Fall des Forums ist fraglich, ob diese Arbeit in der Festen Burg so wie bisher weitergeführt werden kann.” Die Identifikation mit dem Gebäude im Paul-Gerhardt-Weg 8 sei groß, der dort mögliche Freiraum ideal. Letztlich betonte er: “Wir alle müssen uns grundsätzlich fragen, wie die evangelische Jugendarbeit aussehen soll.”

Bei der allgemeinen Diskussion formulierten einige Ratsmitglieder, dass sie keine Gründe sehen würden, warum die Arbeit des Clubs Forum nicht - wenn auch in abgewandelter Form - in der Festen Burg funktionieren solle. Gleichzeitig kam die Frage auf, inwieweit denn der Club Forum vielleicht parallel zu einer Kindergarten-Nutzung im Paul-Gerhardt-Weg auch bleiben könne. Mehrfach wurde betont, dass in dieser Sache doch auch die Stadt eine Mitverantwortung habe. Der Arbeitskreis Jugend monierte die Kurzfristigkeit der Überlegungen. Es sei zu wenig Zeit geblieben, um neue Konzepte zu erarbeiten und vorzustellen.

Schließlich kam es auf Vorschlag des Dekans doch zu einer Abstimmung: Der Gesamtkirchengemeinderat nehme die Überlegungen zur Sanierung der Festen Burg zur Kenntnis, und erkläre sich bereit, dass das Projekt von Gesamt- und Stadtkirchengemeinde verwirklicht werde, den Tafelladen und das Jugendwerk in die Feste Burg einzubinden. Außerdem werde der Bauausschuss beauftragt, die Planungen fortzuführen und weitergehende Vorschläge zu erarbeiten. Mit 28 Ja-Stimmen bei sechs Enthaltungen und vier Nein-Stimmen folgte das Gremium dieser Beschlussformulierung.

“Diese Abstimmung war für uns nicht verständlich”, sagte Martin Wastian vom Club Forum nach der Sitzung des Gesamtkirchengemeinderats, “das ist letztlich ein Persilschein und der Schlüssel, das Haus der Jugend zu verkaufen.” Der Club Forum habe vor allem Bedenken, weil in der Festen Burg die Veranstaltungsräume fehlten, die den Paul-Gerhardt-Weg 8 auszeichnen würden. “Schlimm war, dass wir in der Sitzung nichts sagen durften, da wirst du fuchsig”, meinte der 24-Jährige. “Ich habe das Gefühl, dass kaum einer von den Räten weiß, was bei uns eigentlich geht.”

Dekan Bernd Liebendörfer schien dagegen erleichtert. “Das ist ein ganz schwieriger Prozess”, sagte er nach der Sitzung, “aber der Beschluss ist für uns ein großer Fortschritt. Wir können jetzt mit einem besseren Rückhalt gegenüber weiteren Stellen und Gesprächspartnern auftreten.”

By club_forum | - 12:07 - Posted in Kreiszeitung

Die Forumler sind stocksauer

Pläne, das “Haus der Jugend” zu verkaufen, schocken den Club
Böblingen - Morgen Abend berät der Gesamtkirchengemeinderat über die Zukunft des “Hauses der Jugend” im Paul-Gerhardt-Weg 8. Die Jugendlichen vom “Club Forum”, der dort residiert, laufen Sturm gegen den möglichen Verkauf. (VON ROBERT KRÜLLE)

Das Gebäude am Beginn der Berliner Straße ist unter “Haus der Jugend” kaum in Böblingen bekannt, die meisten vor allem Jüngere kennen das Haus einfach als “’s Forum”. Seit fast 30 Jahren werkelt dort der Jugendclub des Evangelischen Jugendwerks, Jugendliche organisieren in Eigenregie Partys, Konzerte, Diskussionen und vieles mehr. Jetzt steht bei der evangelischen Kirche der Verkauf der Immobilie zur Diskussion - die Stadt würde dort gerne ab 2011 eine Kindertagesstätte betreiben. Mit dem Erlös will die Kirche die Sanierung oder gar den Neubau der “Festen Burg” in der Sindelfinger Straße finanzieren.

Die Veröffentlichung dieser Pläne in der Ausgabe der KREISZEITUNG vom 25. Juni traf die Forumler wie ein Schlag ins Gesicht. “Wir haben nichts davon gewusst”, sagt Martin Wastian, “und sind total enttäuscht.” Der 24-Jährige ist einer aus dem harten Kern, der derzeit im Club Forum die Strippen zieht und mitten in den Planungen für das traditionelle Open Air am 12. und 13. September steckt. “Dass wir aus der Zeitung von den Plänen erfahren müssen, ist echt hart”, sagt Wastian, “entweder hatte man nicht den Mut, mit uns zu sprechen, oder man will uns einfach nicht mehr haben.”

Spontan riefen die Forumler am Samstag eine Krisensitzung zusammen und beratschlagten die Situation. Das Fazit ist klar: “Wir fordern, dass das Haus erhalten bleibt!”, sagt Wastian. Die aktuell knapp 15-köpfige Gruppe will die Sitzung des Kirchengemeinderats morgen Abend in der “Festen Burg” besuchen und ihre Sicht der Dinge darlegen. “Wir werden versuchen, Redezeit zu bekommen”, sagt Wastian. Schließlich haben die Forumler einiges klarzustellen.

In Zukunft ebenfalls in der “Festen Burg” untergebracht zu sein, können sich die 15- bis 25-Jährigen nicht vorstellen. “Wir haben dort sicher keine vergleichbaren Räumlichkeiten, und gerade die Veranstaltungsräume sind wichtig”, sagt Wastian. Außerdem sei die Identität des “Club Forum” untrennbar mit dem Paul-Gerhardt-Weg 8 verbunden. “Das kann man nicht einfach woanders hin verpflanzen.”

Deutlich betonen die Forumler auch, dass nirgendwo sonst es mehr die Möglichkeit für Jugendliche gebe, in Eigenverantwortung Veranstaltungen zu organisieren. Außerdem sei man gerade wochenends häufig Anlaufpunkt für Jugendliche. “Da die Jugendhäuser inzwischen samstags geschlossen haben, bleibt dann halt nur, sich am See oder so zu treffen”, betont Wastian, “dann darf sich aber auch niemand mehr über Jugendliche aufregen, die sich dort aufhalten.”

Wie selbstverständlich trägt der Jugendclub im Paul-Gerhardt-Weg mit seinen Veranstaltungen zum jugendkulturellen Leben in der Stadt bei. “Und das inzwischen fast ohne finanzielle Unterstützung.” Den letzten Open-Air-Zuschuss von der Stadt habe es 2004 gegeben, aus dem Kulturetat der Kirche werden Reparaturen im Gebäude gezahlt. Große Unterstützung erfährt der “Club Forum” vom Förderverein, in dem sich ehemalige Mitglieder zusammengetan haben. “Der Beitrag der 30 Mitglieder und Spenden sind unser finanzielles Fundament”, erläutert Martian Wastian.

Als Argument für den Verkauf des Hauses im Paul-Gerhardt-Weg nannte Dekan Bernd Liebendörfer auch dessen maroden Zustand, vor allem das Dach sei angeschlagen, für eine Sanierung aber kein Geld da. “Wir sitzen ja unter dem Dach”, entgegnet Wastian, “reingeregnet hat es noch nicht.” Bei einer fälligen Sanierung verweist der 24-Jährige auf das Engagement des “Club Forum” in den vergangenen Jahren. “2001 haben wir bei einem Wettbewerb der Handwerkskammer gewonnen, die uns dann das Erdgeschoss renoviert hat”, erzählt Wastian, “das Material hat der Rotary-Club mit 50 000 DM finanziert.” Zudem habe man des Öfteren in Eigenleistung die Räume renoviert, in den 90er Jahren gar die Disco im Keller selbst eingerichtet. “Wir bieten da gerne unser Engagement an.”

Dass der Jugendclub zuletzt keine goldenen Zeiten erlebt hat, muss Wastian allerdings zugeben - der Nachwuchs macht sich rar, und bei Abi-Partys im Frühjahr gab es mächtig Ärger mit der Polizei. “Wir haben zurzeit sicher eine der größten Krisen bisher”, gesteht der 24-Jährige, “aber die Forumler haben sich schon zu anderen schwierigen Zeiten wieder aufgerappelt.” Das aktuelle Team will jedenfalls nicht so einfach hinnehmen, dass die Zukunft des “Club Foum” an ihm vorbei entschieden wird. Auch der Böblinger Jugendgemeinderat (JGR) ist bereits aktiv geworden und hat einen Brief an die Mitglieder des Gesamtkirchengemeinderates geschrieben und sich für den Erhalt des “Club Forums” ausgesprochen. “Diese einzigartige Institution in Böblingen darf nicht verloren gehen”, sagt der JGR-Vorsitzende Simon J. Behm. Der Club müsse bei den zu treffenden Entscheidungen berücksichtigt und die Meinung der Jugendlichen gehört werden. Außerdem fordert der JGR auch das Engagement der Stadt: “Dass das Forum der Böblinger Jugend erhalten bleibt, dafür muss sich auch die Stadtverwaltung einsetzen”, so Behm.

By club_forum | Juli 8, 2008 - 11:18 - Posted in SZBZ

Artikel aus der SZBZ vom 08. Juli:

Gesamtkirche macht bei der Sanierung mit

Der Evangelische Gesamtkirchengemeinderat in Böblingen nimmt die Überlegungen der Stadtkirchengemeinde zur Sanierung des Hauses Feste Burg zur Kenntnis und erklärt sich bereit, das Projekt gemeinsam umzusetzen und das Jugendwerk und den Tafelladen einzubringen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Böblinger Gesamtkirchengemeinderates, nachdem die Stadtkirchengemeinde die rund 2,2 Millionen Euro teure Sanierung der Feste Burg nicht alleine schultern kann. Das gemeinsame Projekt bietet sich an, da es in dem Haus in der Sindelfinger Straße freie Raumkapazitäten gibt.

Mit diesem Beschluss sieht Dekan Bernd Liebendörfer kein Junktim für den Verkauf des Hauses der Jugend. Dazu seien viele Fragen noch ungeklärt, außerdem gebe es für das sanierungsbedürftige Gebäude auch keinen Käufer. Grundsätzlich halte er die Arbeit des Jugendwerks für wichtig, doch die Veranstaltung von Open-Air-Konzerten sei nicht an das Haus gebunden und die Bereitstellung von Räumen für Abi-Partys sei nicht das Kerngeschäft der Kirche. - jj -

By club_forum | - 11:16 - Posted in SZBZ

Artikel aus der SZ/BZ vom 1.Juli 2008:

“Große Bedeutung in der Stadt”
01.07.2008 - Von unserem Mitarbeiter Peter Maier

Der Böblinger Jugendgemeinderat (JGR) fordert in einem Brief an die Mitglieder des Gesamtkirchengemeinderates bei den Beschlüssen über die Zukunft des “Haus der Jugend” das Club Forum weiter zu unterstützen. “Diese einzigartige Institution in Böblingen darf nicht verloren gehen”, so der JGR-Vorsitzende Simon Behm.

In einer Sitzung beriet der Jugendgemeinderat über die Situation des Club Forums und fasste einstimmig den Beschluss die Kirchengemeinderäte anzuschreiben und sich für die Erhaltung des Club Forums einzusetzen.

Das Club Forum müsse bei den zu treffenden Entscheidungen berücksichtigt werden, heißt es in dem Beschluss. “Wir wollen darauf aufmerksam machen, welche große Bedeutung das Club Forum für die Böblinger Jugend und Generationen von Böblingern hat”, sagt Simon Behm.

Am Mittwoch wird der Gesamtkirchengemeinderat vermutlich eine richtungsweisende Entscheidung fällen. Die Jugendgemeinderäte fordern die Mitglieder des Gesamtkirchengemeinderates in ihrem Brief dazu, auf sich über die Zukunft des Club Forums Gedanken zu machen und insbesondere die Jugendlichen an dem Entscheidungsprozess zu beteiligen.

“Feste Burg keine Alternative”

Sollte sich ein Verkauf des “Hauses der Jugend” abzeichnen, müsse man sich bereits frühzeitig Gedanken über einen alternativen Standort machen. Die “Feste Burg” ist nach Meinung der Jugendgemeinderäte für die Bedürfnisse des Club Forums nur bedingt geeignet. Die Kirchengemeinde solle sowohl bei der finanziellen Unterstützung des Club Forums, als auch bei der Suche nach Räumlichkeiten den Dialog mit der Stadtverwaltung suchen, heißt es weiter in dem Brief.

By club_forum | - 11:09 - Posted in Kreiszeitung

Da wir noch keine offizielle Genehmigung haben, die Artikel der Zeitungen zu veröffentlichen können wir euch hier nur die Leserbriefe und Auszüge der Artikel zeigen, Ihr könnt Euch allerdings auf den Seiten der Zeitung im Internet und in der Zeitung selbst natürlich die Artikel in voller Länge durchlesen!

Auszug des Interviews mit Ekki Dreizler:

Zum aktuellen Konflikt zwischen Gesamtkirchengemeinde und Club Forum: Was sagen Sie dazu?

Nun, das Hauptproblem ist ja ein finanzielles. Das Haus der Jugend ist sehr sanierungsbedürftig. Gleichzeitig wünscht sich die Kirche aber eine aktive Jugendarbeit - vielleicht nicht immer genau so, wie sie hier im Haus passiert. Aber diese Eigenständigkeit halte ich schon für eine große Qualität. Insofern hoffe ich, dass das Haus erhalten bleibt. Das wäre ein gutes Fundament für eine erfolgreiche Jugendarbeit.” (Kreiszeitung 08.Juli, Fragen gestellt von Robert Krülle)