By club_forum | Dezember 4, 2008 - 3:07 - Posted in Stimmen/Leserbriefe für das Forum

„Braucht Böblingen einen Ort für Jugendkultur wie das Club Forum?” so lautet das Thema der Umfrage auf der Homepage der KREISZEITUNG.

Wie überflüssig, dachte ich nur, steckt doch die Antwort bereits in der Frage: Das Club Forum ist DER EINE Ort für JugendKULTUR in BÖBLINGEN; selbstverständlich wird es gebraucht. Und zwar aus unterschiedlichen Gründen von allen Generationen und Bevölkerungsgruppen in Böblingen.
Die aktuelle Organisation des Protests gegen die Schließung des Forums mitsamt dem offensiven und klugen Alternativkonzept, das die Forumler entwickelt haben, zeigt: Das Forum ist – erstens – ein einzigartiger und einzigartig inklusiver Kreativpool für Böblinger Führungsnachwuchs der ganz besonderen Art, der – zweitens – ganz nebenbei seit Jahren die mangelhafte städtische Jugendarbeit in den Hintergrund treten läßt. (Und dass Jugendarbeit und Jugendkultur ihren Platz in der Gesellschaft haben MÜSSEN, weigere ich mich angesichts der ansonsten augenfälligen Probleme zu diskutieren.)
So basisdemokratisch und doch pragmatisch, so gut und so günstig ist lebendige, verlässliche und vor allen Dingen konstruktive (!) Jugendkultur sonst nirgendwo zu haben. Das Club Forum ist seit knapp 30 Jahren ein Aushängeschild für Böblingen, dessen Lebenslicht dem Gemeinderat nun auf dem Silbertablett zum Löschen dargeboten wird.
Die Forumler kämpfen tapfer weiter, immer stärker unterstützt von einer breiten Böblinger Öffentlichkeit. Ich hoffe sehr, auch OB Vogelgsang und einige Gemeinderäte werden nicht erst merken, was Böblingen hat(te), wenn es weg ist.

Katharina Buck („Altforumler”),
Bristol, Großbritannien

Wie können die Stadt Böblingen und die evangelische Kirche scheinbar so blind sein, dass sie nicht die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Club Forums erkennen? Sollen sich die Kinder, für die heute die Kita gebaut werden soll, später auf der Straße treffen? Ist das Sinn und Zweck? Gerade auch die Stadt Böblingen sollte sich bemühen, den Jugendlichen aus Böblingen einen etablierten Treffpunkt zu erhalten. Es ist traurig, dass es scheinbar nur eine Schwarz-weiß-Lösung geben kann. Kita oder Club-Forum. Eine Bitte an alle Verantwortlichen: denken Sie darüber nach, was Sie der Böblinger Jugend nehmen wollen. Kommen Sie zum Beispiel während den offenen Tagen, um sich selbst ein Bild darüber zu machen, wie Jugendarbeit in Böblingen funktioniert und was das Club Forum für die Böblinger Jugend bedeutet.

Janina Pohl, Böblingen,
zur Zeit Guanajuato, Mexico

By club_forum | Dezember 2, 2008 - 12:03 - Posted in Stimmen/Leserbriefe für das Forum

Zu: „Ein Pfeiler der Böblinger Jugendkultur am Paul-Gerhardt-Weg?“, KRZ vom 26. November.

Man kann den aktiven Forumlern und EJWlern nur großes Lob aussprechen, dass sie in Zeiten, in denen ihr „Haus der Jugend“ von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde verkauft werden soll, einen kühlen Kopf bewahrt haben und ein kluges Zukunftskonzept für das „Haus der Jugend“ erstellt haben. Dies zeugt von großer Ernsthaftigkeit und von einem Bewusstsein, dass die Böblinger Jugend diese Institution „Haus der Jugend“ braucht, egal ob in kirchlicher oder in städtischer Hand. Wenn, es, wie in dem Artikel beschrieben, so ist, dass überlegt wird, das „Haus der Jugend“ in eine Kinderbetreuungseinrichtung umzuwandeln, denkt man zu kurz. Es darf nicht sein, dass man die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen gegeneinander ausspielt. Wir brauchen eine starke, gute und sozialgerechte Kinderbetreuung, aber es bedarf auch einer nachhaltigen, offenen Jugendarbeit in Böblingen und die wird seit vielen Jahren im „Haus der Jugend“ betrieben. Die offene Jugendarbeit ist im „Haus der Jugend“ richtig angesiedelt.
Der „Club Forum“ bietet mit seinem Konzept einen neuen Ansatz, wie gute Jugend- und Kulturarbeit im „Haus der Jugend“ weitergeführt und sogar noch ausgebaut werden kann. Das verdient Respekt.

Florian Wahl,
Böblingen

By club_forum | August 3, 2008 - 2:14 - Posted in Stimmen/Leserbriefe für das Forum

Zu: “Dekan meldet sich zu Wort”, KRZ vom 15. Juli.

Dekan Liebendörfer forderte in dem Artikel eine sachliche Diskussion. Diese will ich gerne mit ihm führen. Da dem Club Forum die Möglichkeit einer Diskussion bislang noch nicht geboten wurde, freue ich mich über dieses Angebot. Aus meiner Sicht bedürfen einige der vom Dekan angesprochenen Punkte tatsächlich einer sachlichen Erörterung.

Zunächst fällt auf, wie oft der Dekan den Gesprächsbedarf mit dem Club Forum betont. Es ist die Rede von einer anberaumten Sitzung, bei der entsprechende Themen geklärt werden sollen. Dazu ist anzumerken, dass diese Sitzung keineswegs vom Dekan initiiert ist. Es handelte sich vielmehr um eine regelmäßige Sitzung des Arbeitskreises Jugend, bei der eine Teilnahme des Club Forum ohnehin vorgesehen ist. Dieser Umstand gipfelt zudem in der Tatsache, dass der Dekan es nicht für nötig hielt, zu dieser Sitzung zu erscheinen.

Die Anmerkung, es gebe im Haus der Jugend erhebliche Leerstände, entbehrt jeglicher Sachlichkeit. Selbstverständlich sind die Räumlichkeiten des Evangelischen Jugendwerks, die der Club Forum mitnutzt, Veranstaltungsflächen. Wen wundert es da, dass sie daher nicht ständig in Benutzung sind? Darüber hinaus sei darauf hingewiesen, dass der Club Forum im Jahr 2001 eine Ausschreibung der Hand-in-Handwerker gewann. Allein dadurch konnte eine Renovierung dieser Veranstaltungsflächen im Wert von circa 50 000 Mark realisiert werden.

Dekan Liebendörfer spricht davon, dass die Veranstaltungsräume wirtschaftlich nicht haltbar seien. Ein solches Argument ist vor dem Hintergrund der Struktur des Club Forum völlig unangebracht. Wer berücksichtigt, wie viele Arbeitsstunden die Mitglieder unentgeltlich ins Club Forum stecken, wird wohl nicht Maßgaben eines wirtschaftlich arbeitenden Unternehmens heranziehen können. Wie kann man von Jugendlichen, die sich neben ihrer Schulzeit freiwillig betätigen, noch erwarten, Profite zu erwirtschaften? Im Übrigen leistet der Club Forum seine Arbeit mittlerweile ohne nennenswerte finanzielle Unterstützung von Seiten der Kirche oder der öffentlichen Hand.

Selbiges gilt in ähnlicher Form für die Teamräume des Club Forum unter dem Dach. Klar ist, dass deren Nutzung nicht während normaler Geschäftszeiten stattfinden kann. Diese Tatsache ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sich die Mitglieder des Club Forum aus Schülern oder Berufstätigen zusammensetzen. Diese kommen freiwillig nach ihren jeweiligen Hauptbeschäftigungen, um ehrenamtliche Arbeit zu leisten. Hiervon kann sich gerne jeder, der bereit ist, ein paar Stunden seiner Freizeit zu opfern, persönlich überzeugen. Zwar sind die Mitgliederzahlen momentan nicht auf dem Niveau manch früherer Jahre. Dies ist jedoch auch saisonal bedingt und sollte in keinem Fall damit therapiert werden, dem Club Forum Räume zu entziehen.

Abschließend möchte ich noch einmal betonen, wie eng die Identität des Club Forum mit den Räumlichkeiten im Paul-Gerhardt-Weg verbunden ist. Der Dekan gibt hier selbst das Stichwort: Der Discokeller als eines der wichtigen Standbeine des Clubs wurde in mühsamer Handarbeit von den Mitgliedern ausgebaut. Der Club in seiner jetzigen Form lässt sich nicht verpflanzen wie eine Balkonprimel. Er ist vielmehr ein gewachsener Baum, dessen Entwurzelung dem Exitus gleichkommt.

Zülfükar Gezen, Böblingen

By club_forum | Juli 8, 2008 - 10:38 - Posted in Stimmen/Leserbriefe für das Forum

Über 20 Jahre war ich ehrenamtlich in der evangelischen Jugendarbeit in Böblingen aktiv. Dabei kam der Mitarbeit im Club Forum immer eine ganz besondere Bedeutung zu.

Als Jugendlicher fand ich Vorbilder und die Gemeinschaft von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten, die sich mit ihrem Glauben auseinandersetzten. Ich erlebte Freiräume für Kreativität, konnte orientierende Erfahrungen machen im Engagement für andere Jugendliche und mich mit individuellen und gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen.

Als junger Erwachsener mit größerer Verantwortung lernte ich, dass der Club Forum vielen Jugendlichen durch teilweise provozierende Denkanstöße glaubwürdige Antworten und Handlungsperspektiven auf der Suche nach einer gelingenden christlichen Lebenspraxis gibt. Die evangelische Gesamtkirchengemeinde Böblingen gab jungen Menschen die Chance Neues auszuprobieren und in der Verantwortung für andere und das Haus der Jugend sich zu engagieren und sich auseinanderzusetzen mit Gesellschaft, Kirche, Politik und Kultur.

Heute setzt die herrschende Erlebnis- und Eventkultur auf Konsum, Schnelligkeit und oberflächlichen Nervenkitzel. Deshalb ist das Forum, in dem junge Menschen Begegnung, echte Beziehung und Begleitung erfahren können auch in Zukunft besonders wichtig. Dort begegnen sie Menschen, die Authentizität und Glaubwürdigkeit anstreben und dabei ihre Sprache sprechen. Sie erhalten die Möglichkeit zu Dialog und Auseinandersetzung, in einer gemeinsamen Suche nach dem, was durch das Leben trägt. Im Miteinander erleben sie eine spirituelle und geistliche Praxis, die den Alltag deuten hilft und prägt.

Ich schätze den Mut der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Böblingen im Club Forum Jahrzehnte diese (Frei-)räume für ganz eigene Erfahrungen christlicher Gemeinschaft jahrzehntelang zugelassen zu haben.

Jugendliche sollten nicht als Problembringer gesehen werden. Auch in Zeiten von Sparzwängen sollten Jugendliche und ihre Lebenswelten in der „Erwachsenenkirche“ Priorität haben. Es muss ihnen Platz eingeräumt werden. Wenn Jugendliche in der Kirche keine wirklichen Frei- und Experimentierräume, wie das Forum im Haus der Jugend finden, dann bleiben sie lieber draußen.

Reiner Pravda
Stuttgart

By club_forum | - 12:27 - Posted in Stimmen/Leserbriefe für das Forum

Artikel von meinem eigenen Blog den ich hier auch zur Verfügung stellen möchte:

Man nimmt immer erst denen die Stimme, die eigentlich keine Stimme haben und wenn man etwas kürzen kann oder will ist es immer einfacher den zu bestrafen, der eigentlich sowieso schon wenig bis garnichts hat. In Zeiten in denen darüber gestritten wird warum die Jugend sich an Wochenenden in Alkoholexzessen ins Krankenhaus befördert und in denen Clubs von unter Achtzehnjährigen belagert werden und es immer wieder zu unverständlichen Pöbeleien und Übergriffen von Jugendlichen kommt, stellt sich mir die Frage: Warum man dann die Freiräume, die Jugendliche brauchen und die in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt wurden, weiter dem Erdboden gleich macht?

Böblingen bei Stuttgart ist da wohl momentan eines der Beispiele im Bundesgebiet, das einen wirklich ins grübeln bringt und eines der Beispiele, bei denen man sich beim genaueren Hinschauen an den Kopf fassen muss. Seit fast dreissig Jahren steht dort ein Projekt, des Evangelischen Jugendwerks in Böblingen, das mit eigenem Verein und gut laufenden Events es in den letzten Jahren geschafft hat, sich einen weitgehend soliden Haushalt zu schaffen, der abgesehen von den Räumlichkeiten und der kleineren Zuwendungen aus dem Kulturetat der Evangelischen Kirche in Böblingen, keinerlei Kosten frisst. Im Gegenteil, man hat es in Böblingen geschafft mehrmals im Jahr große Events auf die Beine zu stellen, mit denen man es schafft sich über Wasser zu halten. Jedes Jahr strömen viele Hundert junge Menschen zwischen Weihnachten und Neujahr in die Räumlichkeiten des Club Forum, um bei den sogenannten “Offenen Tagen” alte Bekannte zu treffen, neue Bekannstchaften zu schliessen, zu feiern und zu tanzen und das in einer Atmosphäre die ihres gleichen sucht. Auch strömen jedes Jahr viele BEsucher zum “Forum Open Air” bei dem schon größen wie Kool Savas, 4 Lyn, Creutzfeld und Jakob, Fotos und andere zu Gast waren. Das Line-Up für dieses JAhr steht auch schon und mit JAHcosutix und Ganjaman konnte man dieses Jahr gleich zwei wirklich berühmte deutsche Reggaeartists für einen Auftritt verpflichten.

Das Forum bietet aber nicht nur Events, es bietet auch die Möglichkeiten, dass Jugendliche ein eigenes Event auf die Beine stellen. Bei diversen Abiparties, Discos im Hauseigenen Partykeller, Geburtstagsfeiern und anderen Parties strömen die Besucher in großer Zahl in die Räume des Club Forums. Auch hier ist inzwischen das Club Forum die einzige Möglichkeit geworden, für Jugendliche selbst etwas auf die Beine zu stellen und, nachdem die Jugendhäuser in Böblingen ihre Öffnungszeiten den Jugendlichen Bedürfnissen angepasst haben und Samstags geschlossen sind, Ihre Räume an Elternvereine vermieten und eine Selbstöffnung der Jugendlichen untersagt ist, scheint für viele Jugendliche in Böblingen inzwischen der Gang an den See im Ortskern die einzige Alternative zu sein. Das es hier wiederum zu Problemen kommt braucht man wohl nicht mehr näher zu erläutern.

Und jetzt schliesst sich, nachdem sich die Stadt und das Land schon lange gegen die Jugend gestellt hat, indem sie das Angebot gekürzt hat, auch die Evangelische Kirche in Böblingen an und möchte das “Haus der Jugend” indem das Club Forum beheimatet ist schließen und Verkaufen, damit die Stadt statt Jugendlichen dort Kinder bis 3 Jahre unterbringen kann. Das Angebot neue Räume im Gemeindehaus der Stadtkirche zu bekommen ist dabei kein gleichwertiger Ersatz, weder stehen dort die Räume für Events wie die “Offenen Tage” im Winter oder das “Open Air” im Spätsommer zur Verfügung, noch ist es den Jugendlichen dort möglich auch mal Krach zu machen, wie es in den jetzigen Räumen möglich ist, da man von einer halbwegs abgeschotteten Fläche in Böblingen mitten in die Altstadt verfrachtet werden soll.

Aber damit nicht genug: Anstatt mit den Jugendlichen einen Dialog zu führen und sich über eventuelle Alternativen Gedanken zu machen, musste der Club Forum davon aus der Zeitung erfahren, und das eine Woche vor der letzten Abstimmung im Gesamtkirchengemeinderat der Stadt Böblingen. Entsetzt konnten die Jugendlichen dort lesen, wie über alle Köpfe hinweg eine Einrichtung geschlossen wird. Denn auch wenn es laut dem Dekan der Stadt Böblingen zu neuen Räumen Pläne gibt, bleibt der Club Forum nicht zuletzt durch seine momentane Lage und aufgrund der Räumlichkeiten mit dem Haus verbunden und allen Beteilighten ist/muss klar sein, dass eine Institution auch immer mit der Lage verbunden ist. Eine Umfrage unter Jugendlichen würde mit ziemlicher Sicherheit zu dem Ergebnis kommen, dass das “Haus der Jugend” in Böblingen, den meisten Jugendlichen nur als das “Forum” bekannt ist. DAs Haus bleibt also untrennbar mit dem Club Forum und somit scheint ein Umzug nur das Ende für den Club Forum zu bedeuten.

Die Gründe für den Verkauf liegen wie allzuoft klar auf der Hand. Die Kirche braucht Geld um ihr Gemeindehaus, die “Feste Burg” in Böblingen zu renovieren und zu restaurieren. Möglichkeiten einer anderweitigen Finanzierung sind mit Sicherheit gegeben, wird nicht zuletzt unter der Hand auch davon gesprochen, dass so viele alte Menschen dort getraut wurden und sich stark mit der “festen Burg” verbunden fühlen. Da sollte es ja, ohne dies genauer zu prüfen, möglich sein durch Spendenaufrufe und Ehrenamtliche Arbeit das Haus zu retten. Der Kostenpunkt steht auch schon fest, 2,2 Mio. Euro soll die Sanierung kosten. Etwas mehr als 400.000 Euro will man für das Grundstück bekommen auf dem das “Haus der Jugend” steht. Der Architekt, kann jedoch nicht anfangen etwas zu planen bevor nicht mindestens die Hälfte der Kosten da ist. Umso unverständlicher mit einem Verkauf zu beginnen, der die Pläne für eine Renovierung des anderen Gebäudes nicht wirklich voran bringt.

Am Mittwoch wird nun wohl im Gesamtkirchengemeinderat abgestimmt und damit höchstwahrscheinlich das Ende des Club Forums beschlossen. Was das für Böblingen bedeutet kann man natürlich nur erahnen, aber nachdem in den letzten Jahren das Jugendkulturprogramm in Böblingen immer weiter geschrumpft ist, wird es wohl mit dem Ende des Club Forum zum Stillstand kommen. Denn bereits jetzt findet Jugendkultur in Böblingen fast ausschließlich an öffentlichen Plätzen statt, mit der Schließung des “Haus der Jugend” stirbt dann jede Abiparty, Geburtstagsparty, kleines Konzert, großes Open Air und die geliebten “Offenen Tagen” und die Jugend muss sich neue Freiräume suchen, die allzuoft nur zu Problemen mit der Gesellschaft führen.

Unverständins auch gegenüber den Jugendreferenten des EJW und dem Jugendpfarrer der Stadt Böblingen, die frühzeitig über die Pläne bescheidgewusst haben mussten und die ohne mit der Hugend gesprochen zu haben, wohl keinerlei Versuche unternommen haben, das Haus zu schützen. Noch im Januar und März war von einem Ausverkauf keine Rede als man eine weitere Gruppe ins Haus holte und somit das stattfinden des “Open Airs” und bereits einem gut gelaufenen HipHop-Jam sicherte. Es scheint fast so, als sei es eben jetzt die beste Möglichkeit gewesen sich von einer Gruppe zu trennen, die natürlich Arbeit gekostet hat, die aber auch jedes Jahr ein gutes Licht auf das EJW in Böblingen werfen konnte.

Doch die Jugend hat Ihren Glauben noch nicht verloren, wenn sich dies auch nicht mehr auf die evangelische Kirche in Böblingen bezieht, man ist bereit zu kämpfen auch wenn es fast wie ein aussichtsloser Kampf aussieht, man will sich nicht einfach dem Rotstift beugen und sich von der Landkarte streichen lassen. Leserbriefe in den Zeitungen des Kreis Böblingen und Artikel über den Ausverkauf der Jugendkultur in Böblingen sollen neben dem Besuch des Gesamtkirchengemeinderats in Böblingen der erste Schritt sein. Aber auch sucht man den Dialog mit den Pfarrern, den Gemeinden und dem Dekan direkt, in den Augen der Jugendlichen besteht eindeutig Redebedarf und es ist unverständlich, das dieser gerade in der Kirche nicht in die Wege geleitet wurde. Wenn man allein daran denkt, dass Identifikation mit Dem Club Forum gleichzeitig auch heißt sich mit dem EJW und der Kirche zu identifizieren ist es unverständlich, dass man auf diesem Weg den Jugendlichen die letzte Hoffung Jugendkultur unter dem Dach der Kirche zu gestalten gestrichen wird, nachdem die Städte ja schon lange keine Gelder mehr bereitstellen. Unverständlich wie in einer Institution die schon immer auch Caritative Einrichtungen unterstützt und geleitet hat, jetzt auf Kosten einer der schwächsten Stimmen in unserer Gesellschaft, Geld gestrichen wird.

Jugendkultur in Böblingen ist Jugendkultur im und mit dem Club Forum, hier wird die letzte Stimme der Jugendlichen zum schweigen gebracht. Unverständlich:

Werft eure Perlen nicht vor die Säue!

JAH bless

Vorvergangene Woche wurde ich als Mitglied der Stadtkirchengemeinde unter dem Motto “Meine Kirche — für die habe ich was übrig!” um eine Spende unter anderem für das Projekt Schlossberg-Gemeindehaus gebeten. Eine Spende an die Kirchengemeinde ist zweifellos eine sinnvolle Tat. Nur hat das Projekt “Feste Burg” für jemanden, der seine Jugend in Böblingen verbracht hat, einen unangenehmen Beigeschmack, der leider erst mit dem KRZ-Artikel vom 25. Juni bekannt wurde.
Da soll nun also das Haus der Jugend zugunsten der “Festen Burg” verkauft und das Evangelische Jugendwerk samt Gruppen in das sanierte Domizil umgesiedelt werden. Zwar mag der Club Forum formal als Jugendgruppe des EJW gelten, in seiner Funktion jedoch ist er für die Böblinger Jugend weit mehr: Das Forum organisiert nun seit beinahe 30 Jahren ehrenamtlich (!) nicht-kommerzielle (!) Veranstaltungen für die Jugend, darunter Parties und Konzerte genauso wie Podiumsdiskussionen und Informationsveranstaltungen vor Wahlen. Hierfür ist eben nicht nur ein Gruppenraum vonnöten. Der Club Forum hat im Haus der Jugend einen jährlich selbst (!) neu gestalteten Veranstaltungsraum, den eigenhändig ausgebauten (!) Discokeller und die Freifläche zur Verfügung. Mit einem Verkauf würde man dem Club Forum auf einen Schlag alle Ressourcen und der Böblinger Jugend eine wichtige Anlaufstelle nehmen. Und man träte einmal mehr das mit Füßen, was hier mit den penetrant gesetzten Ausrufezeichen hervorgehoben werden soll: Das eigenständige Engagement von Jugendlichen, die etwas Eigenes auf die Beine stellen und dabei eine Menge Verantwortung übernehmen.
Verantwortung zu übernehmen muss man lernen. Dass die Betroffenen des Club Forum von dem geplanten Verkauf aus der Zeitung erfahren mussten, zeigt doch, dass die kirchlichen Entscheidungsträger ihrer Verantwortung sicherlich nicht gerecht geworden sind. Das ist sehr bedauerlich und ein Indiz dafür, dass eine Gruppe wie der Club Forum unverzichtbar ist.
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Menschen, die die Arbeit des Club Forum kennengelernt haben, auch die Gemeinderäte und Politiker, die sich an Podiumsdiskussionen beteiligten und am Tresen den Jugendlichen begegnet sind und vor allem die Böblinger Jugendlichen selbst, für einen Erhalt des Club Forum stark machen.
Einstweilen will ich lieber dem Verein der Freunde und Förderer des Club Forum e.V. eine Spende zukommen lassen. Denn für mein Forum habe ich was übrig!

Sven Reisch,
Freiburg

Über 20 Jahre lang war ich Bürger der Stadt Böblingen. Viele Jahre davon sind für mich unmittelbar mit dem Club Forum als (inter-)kulturellem Treffpunkt der Jugendlichen meiner Generation verknüpft. Unvergessliche Konzerte, Partys, Abifeiern, Offene Tage, aber auch politische Diskussionsveranstaltungen - all dies verbindet sich für mich und zahllose andere mit dem Begriff Club Forum. Dennoch soll dieser Zwischenruf aus dem fernen Tübingen mehr als nur die Nostalgie meiner Jugend zum Ausdruck bringen.

Wer das Forum schließen will, der schließt einen zentralen Teil der Jugendarbeit in Böblingen. Wer das Haus der Jugend verkaufen will, der verkauft eine allzu lang bewährte Institution, um Jugendliche egal welcher Herkunft friedlich zusammenzuführen. Wer den Club Forum auf die Straße setzt, der setzt die wichtigste kulturelle Anlaufstelle für junge Künstler und Bands aus der Region auf die Straße.

Aus einer gewissen zeitlichen und räumlichen Distanz wage ich zu sagen, Böblingen braucht den Club Forum. Und der Club Forum braucht heute die Unterstützung aller Böblingerinnen und Böblinger.

Ich bin weder studierter Volkswirt noch ein erfahrener Haushaltspolitiker im Gemeinderat der Stadt Böblingen oder der evangelischen Kirchengemeinde, sondern lediglich ein frei denkender Mensch, der mit dem Club Forum manche schöne Erinnerung verbindet. Dennoch sei mir abschließend ein winziger Hinweis an die verantwortlichen Entscheidungsträger erlaubt: Finanzielle Sachzwänge sind kein Naturgesetz, sondern weit mehr eine Frage von Prioritäten. Ist Euch Euer Club Forum wirklich so wenig wert?

Holger Simon, Tübingen

Es ist sehr bitter, über die Pläne zu lesen, dass das Haus der Jugend der evangelischen Kirche, das auch das Club Forum beherbergt, verkauft werden soll und damit nicht mehr der evangelischen Jugendarbeit zur Verfügung stehen wird. Das Haus der Jugend ist seit Jahrzehnten eine feste Institution des Böblinger Vereins- und Jugendkulturlebens. Es ist der Ort für Feste, Partys, Sitzungen und vor allem einer guten und für die Stadt so wichtigen Jugendarbeit sowie der Anlaufpunkt für jährlich über 100 ehrenamtliche Helfer des Waldheims Tannenberg. Es ist ein Stück Böblingen.

Bei allem Verständnis für teure Instandhaltungsmaßnahmen und finanzielle Engpässe - eine solche Institution der Jugendarbeit, zumal eine in freier Trägerschaft, darf nicht aufgegeben werden. Es bedarf eines Bekenntnisses der Bürgerschaft zu dieser Institution. Es müssen gemeinsame Lösungen gefunden werden, wie wir dieses “Haus der Jugend” erhalten können, denn der Einfluss der Jugendarbeit, die dort seit langem stattfindet, ist unermesslich: Als Beweis kann man die geschockten Reaktionen der jungen und auch junggebliebenen Böblingerinnen und Böblinger heranziehen.

Florian Wahl, SPD-Stadtrat, Böblingen

By club_forum | Juli 7, 2008 - 8:06 - Posted in Stimmen/Leserbriefe für das Forum

(Zu: „Haus der Jugend soll Feste Burg mitfinanzieren“, KRZ vom 25. Juni)

Böblingen ohne den Club Forum? Für mich unvorstellbar! Nirgends sonst kommt man in einer guten Atmosphäre mit so vielen Menschen in Kontakt. Unzählige Freunde habe ich hier gefunden, die mich über die Grenzen des Forum hinaus bis heute begleiten. An den jährlichen Offenen Tagen trifft man immer alte Bekannte aus Schulzeit und Jugend, die man sonst das Jahr über nicht sieht.
Seit fünf Jahren habe ich jedes Open-Air-Festival besucht, und die Stimmung im Forumgarten unter freiem Himmel unter teilweise über 500 Gleichgesinnten ist einfach unvergleichlich und einzigartig in Böblingen. Ich frage mich, wo sonst solche Veranstaltungen in Zukunft stattfinden sollen . . .
Und was ist mit privaten Geburtstagsfeiern? Der Club Forum ist die einzige Institution die einem die Möglichkeit bietet, seine Räumlichkeiten privat zu mieten.
An wie vielen Wochenenden wird der Jugend in Böblingen denn die Möglichkeit gegeben, sich wenigstens irgendwo zu treffen, wenn das Forum nicht mehr in seine Disco einlädt? Da die Jugendhäuser abends sowieso fast nie geöffnet sind, sehe ich mich in Zukunft gezwungen, mit meinen Freunden die schönen Sommerabende nicht mehr grillend im Club Forum, sondern komasaufend am Böblinger See zu verbringen.

Florian Häsler,
Schönaich